Ein Jedi für Beryl

Teil 1: Eine neue Hoffnung

Ein Sailor Moon - Star Wars Crossover

© 1998 by Thorsten 'Nemesite' Geraldy


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Es war eine
dunkle Zeit für das
Königreich des Dunklen.

Jeder Versuch, die Energie
der Menschen zu sammeln,
wurde immer wieder durch diese
nervtötenden Sailorkriegerinnen vereitelt.

Auch die Suche
nach dem wertvollen Silberkristall
war bisher nicht gerade von Erfolg gekrönt.

Doch es gab noch Hoffnung...

* * *

Königin Beryl tobte vor Wut. Nicht nur, daß sie mit Nephrite einen weiteren der mächtigen Vier verloren hatte, jetzt gab es auch noch eine weitere Sailorkriegerin: Sailor Jupiter. Auch Kunzite und Zoisite, die sich lieber miteinander als mit der Suche nach dem Silberkristall beschäftigten, waren ihr keine große Hilfe. Doch noch hatte sie ein As im Ärmel, das sie jetzt ausspielen wollte.

"Kunzite, Zoisite, kommt sofort zu mir", hallte Beryls gereizte Stimme durch das Königreich des Dunklen.

Schon nach wenigen Sekunden erschienen die beiden Anführer von Königin Beryls Armee wie aus dem Nichts vor ihrem Thron.

"Was ist Euer Begehr, meine Königin?" fragten der rotblonde Zoisite und der silberhaarige Kunzite unisono.

"Schweigt und hört mir zu", fuhr sie beide an. "Seit Wochen schon habt ihr keine Erfolge mehr erzielt. Ihr habt noch immer nicht genug Energie für Metallia gesammelt und auf der Suche nach dem Silberkristall seid ihr auch noch nicht weiter gekommen. Im Gegenteil, Nephrite, einer meiner besten Kämpfer, ist tot und Jedite, diese Niete, ist im endlosen Schlaf gefangen." Sie deutete auf den mannshohen Kristall, der an ihrer Wand hing.

"Aber das war alles nicht unsere Schuld", versuchte Zoisite sich zu rechtfertigen. "Das waren die Sailorkriegerinnen und dieser Tuxedo Kamen."

"Unterbrich mich nicht, Zoisite!" herrschte sie den rotblonden Mann an und ließ einen Blitz vor dessen Füßen einschlagen. "Nun um das alles noch einmal zusammenzufassen: Versager, das seid ihr! Euch gelingt gar nichts. Da ich mich also auf niemanden aus meinem eigenen Reich verlassen kann, habe ich mich in anderen Dimensionen und Zeiten umgeschaut, um einen neuen Verbündeten zu finden. Und nach langem Suchen habe ich einen würdigen Mitstreiter gefunden. Er kommt aus einer längst vergangenen Zeit, aus einer weit entfernten Galaxis. Durch meine Magie habe ich bereits mit ihm Kontakt aufgenommen, und er ist mehr als bereit, mir zu helfen."

"Entschuldigt, wenn ich Euch unterbreche, meine Königin", ergriff Kunzite das Wort. "Aber wie soll er dort siegen, wo wir scheiterten? Und wieso will er Euch helfen, wenn er so mächtig ist, wie Ihr annehmt?"

"Nun Kunzite, natürlich ist es nicht sicher, daß er mehr Erfolg haben wird als ihr beide. Ich habe aber vollstes Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten, gehört er doch zu den Mächtigsten seiner Galaxis. Was deine zweite Frage angeht, die kann er dir gleich selbst beantworten." Mit diesen Worten begann Beryl, ihre magischen Energien heraufzubeschwören. Ihre Hände kreisten um ihre Kugel und die beiden Männer konnten es spüren, wie sich im Thronsaal die magischen Ströme immer mehr verdichteten.

Es herrschte eine überirdische Stille im Raum und der Boden schien aus sich selbst heraus dunkelrot zu leuchten. In der Mitte des Raumes bildete sich ein dicker schwarzer Nebel, der mehr und mehr menschliche Formen annahm.

Und dann war er da. Er war von Kopf bis Fuß ganz in schwarz gekleidet, nur ein ungefähr 30 cm langer Stab, der metallisch glänzte und an seinem Gürtel befestigt war, unterbrach die Dunkelheit. Sein Gesicht sowie der Rest seines Körpers waren schwer auszumachen, da er einen sehr weiten Umhang mit Kapuze trug.

Für Kunzite war von diesem Moment an klar, daß er dieses Wesen, diesen Mann, schon aus Prinzip nicht ausstehen konnte. Dieser Neuling wagte es, einen Umhang zu tragen, der größer und weiter war als sein eigener.

"Willkommen, Nemesite", begrüßte Königin Beryl den Fremden aus der Vergangenheit, der sich erhob und seine Kapuze zurückschlug. Nun konnten Kunzite und Zoisite endlich sein Gesicht erkennen.

Nemesite war von hochgewachsener Statur und machte einen durchtrainierten Eindruck. Er hatte ein feingeschnittenes Gesicht mit funkelnden grünen Augen und kurzes, tiefschwarzes Haar. Man konnte jetzt auch erkennen, daß er an den Unterarmen, an den Beinen vom Knie an abwärts und am Oberkörper eine schwarze Rüstung über seiner Kleidung trug.

"Er sieht zwar sehr gut aus", dachte Zoisite. "Aber was soll an dem dran sein? Er macht nicht gerade den Eindruck, als ob er mächtig sei." Der jüngste der mächtigen Vier wurde in seinen Gedanken unterbrochen, als Nemesite zu sprechen begann.

"Seid gegrüßt, Königin Beryl. Daß Ihr es geschafft habt, mich über die Ozeane der Zeit zu Euch zu holen, beweist Eure Macht. Ich fühle mich geehrt, Euch mit meinen geringen Fähigkeiten dienen zu dürfen", erklärte Nemesite und dachte: "Wenn sie so mächtig ist, wieso braucht sie mich dann überhaupt? Ich werde eine Zeit für sie arbeiten, bis ich mich in dieser Welt auskenne, und dann selbst die Macht an mich reißen."

"Du schmeichelst mir, Nemesite. Aber das reicht jetzt", erwiderte Königin Beryl, da seine Worte den gewünschten Effekt erzielt hatten.

Mit ihrer rechten Hand rief sie Zoisite und Kunzite herbei: "Das sind Kunzite und Zoisite, die Befehlshaber meiner Armeen. Mit ihnen wirst du zusammenarbeiten, um menschliche Energie zu sammeln und den Silberkristall zu finden. Dabei werden dir die Sailorkriegerinnen im Weg..." Sie erklärte Nemesite alles, was er wissen mußte. Die Geschichte über das Königreich des Silberjahrtausends, Metallia und die Sailorkriegerinnen.

Während er Königin Beryl zuhörte, betrachtete Nemesite den Thronsaal. Besonderes Augenmerk richtete er auf eine mannshohe Kristallformation, die an der Wand stand und in der sich anscheinend jemand befand. "Das sieht fast wie ein Mensch aus, den man in Karbonit eingefroren hat. Also, was die Innendekoration angeht, hat sie fast den gleichen Geschmack wie Jabba the Hut. Ich werde sie bei Gelegenheit mal fragen, wer er war", dachte er sich.

"...und damit du deine Aufgaben auch erfüllen kannst, habe ich dich, als ich dich herholte, mit zwei wichtigen Fähigkeiten ausgestattet: Der Fähigkeit, menschliche Energie zu sammeln und der Fähigkeit zu teleportieren. Den Umgang mit diesen Fähigkeiten werden dir Kunzite und Zoisite beibringen. Hast du noch irgendwelche..."

"Ich weigere mich ihn zu trainieren", unterbrach Zoisite sie und stürmte zu Nemesite vor. "Er ist es nicht wert, trainiert zu werden, wenn er schon so einfache Dinge wie teleportieren oder das Sammeln von Energie nicht beherrscht. Und er scheint auch sonst nicht sehr mächtig zu sein. Warum habt ihr ihn überhaupt geholt? Er ist uns bestimmt keine große Hilfe."

Königin Beryl wollte ihren Untertan zur Räson rufen, entschied jedoch, daß dies der erste Test für Nemesite sein sollte. Und dieser enttäuschte sie in keinster Weise.

"Du denkst also, daß ich zu nichts fähig bin?" fragte Nemesite den wütenden Zoisite mit ruhiger Stimme. "Du willst einen Beweis meiner Fähigkeiten? Nun, den sollst du haben!" Nemesite schloß für den Bruchteil einer Sekunde seine Augen, und plötzlich griff sich Zoisite an die Kehle.

Er fühlte sich, als ob er von einer starken Hand im Würgegriff gehalten wurde. Gleichzeitig wurde er von unbekannten Mächten in die Luft gehoben. Zoisites Luft wurde immer knapper und seine Augen traten langsam hervor, und obwohl er sich mit aller Kraft wehrte, konnte er sich nicht aus der Umklammerung befreien.

Kunzite konnte sich nicht mehr zurückhalten und wollte seinem geliebten Zoisite zu Hilfe eilen. Doch Königin Beryl kam dem zuvor.

"Das reicht. Nemesite, laß ihn los! Ich glaube, er hat seine Lektion gelernt."

"Wenn Ihr es wünscht", antwortete Nemesite und löste seinen Machtgriff.

Zoisite fiel zu Boden und schnappte gierig nach Luft. Nachdem er sich wieder etwas erholt hatte, erhob er sich und funkelte Nemesite zornig an. Ohne die geringste Vorwarnung wurde er von Zoisites telekinetischen Fähigkeiten durch den Raum geschleudert.

Als sich der Dunkle Jedi wieder aufgerappelt hatte, flogen auch schon zwei Eiskristalle auf ihn zu. Doch Nemesite reagierte sofort und zog sein Lichtschwert. Die lilafarbene Klinge durchtrennte die Eiskristalle mit Leichtigkeit.

Diese Aktion machte Zoisite noch wütender, doch bevor er seinen Angriff fortsetzen konnte, wurde er von Königin Beryl aufgehalten, die einen Blitz knapp vor seinen Füßen einschlagen ließ.

"Das reicht, Zoisite und Nemesite. Dieses Kräftemessen nützt keinem. Nemesite wird noch genug Zeit haben, sein Können gegen die Sailorkriegerinnen zu beweisen. Zoisite, Kunzite, laßt mich mit Nemesite allein."

"Wie Ihr wünscht, meine Königin", antworteten die beiden und zogen sich zurück.

"Nun, Nemesite, jetzt habe ich durch diesen kleinen Zwischenfall bereits einen Einblick in deine Fähigkeiten bekommen. Und ich muß sagen, daß ich nicht im geringsten enttäuscht bin. Doch verrate mir eins, worauf beruhen deine Fähigkeiten? Es ist keine Magie, das hätte ich gespürt. Also was ist?" wollte Königin Beryl wissen.

"Die Macht", antwortete Nemesite knapp.

"Die Macht?"

"Die Macht ist es, die dem Jedi seine Stärke gibt. Es ist ein Energiefeld, daß alle lebenden Dinge erzeugen. Es umgibt uns, es durchdringt uns, es hält die Galaxis zusammen. Ich nutze die dunkle Seite der Macht und bin somit ein sogenannter Dunkler Jedi."

"Das ist sehr interessant, Nemesite. Hast du noch irgendwelche Fragen, die mein Reich betreffen?"

"Eine Frage hätte ich schon noch, meine Königin. Was hat es mit der Person in dem Kristall auf sich?"

"Ich habe mir fast gedacht, daß du danach fragen würdest. Also schön. Die Person in diesem Kristall ist einer der mächtigen Vier, wie Kunzite und Zoisite. Sein Name ist Jedite. Jetzt könntest du denken, bei so einem Namen muß es sich um einen Jedi gehandelt haben, dem ist aber nicht so. Etwas wie die Jedi gibt es in unserem Universum nicht. Und als Shitennou war Jedite wahrlich eine Niete. Er hatte einmal zu oft versagt und wurde zur Strafe in den Kristall eingesperrt. Mehr gibt es darüber nicht zu sagen."

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: "Ich hatte dir ja erklärt, daß du von Zoisite oder Kunzite trainiert werden sollst. Also, wen wählst du?"

"Wenn es gestattet ist, wähle ich keinen der beiden, meine Königin. Ich wähle Jedite."

"Jedite?" fragte Beryl verblüfft. "Er kann dich nicht trainieren. Ich habe ihn in den Kristall eingesperrt, und er kann nicht mehr raus." Dann kam ihr ein interessanter Gedanke. "Wenn es dir jedoch gelingen sollte, Jedite zu befreien, soll er dein Lehrmeister sein. Das vertagen wir aber dann auf morgen. Ich bin müde, und auch du solltest dich in deine Räumlichkeiten begeben. Einer meiner Youma wird dir den Weg weisen."

"Wie Ihr wünscht, meine Königin", erwiderte Nemesite, verbeugte sich und folgte einem der Youma zu seinem Quartier.

"Sehr vielversprechend, dieser Nemesite", dachte Königin Beryl als der Dunkle Jedi den Saal verlassen hatte. "Wenn es ihm wirklich gelingen sollte, Jedite aus dem Kristall zu befreien, dann soll es so sein." Ihr Lachen hallte durch das gesamte Königreich des Dunklen.

* * *

Währenddessen hatten sich Kunzite und Zoisite in Kunzites Quartier zurückgezogen, um sich über den neuen Mitstreiter zu unterhalten.

"Dieser verdammte Nemesite", fluchte Zoisite und lief dabei aufgebracht durch den Raum. "Er hat mich vor der Königin und allen versammelten Youma gedemütigt. Ich werde ihn töten!"

"Ganz ruhig, kleine Ratte", versuchte Kunzite seinen geliebten Zoisite zu beruhigen. "Wir sollten uns erst mal darauf konzentrieren, weiterhin den Silberkristall zu finden. Wir beide wissen genau, wie gereizt Königin Beryl seit dem Versagen von Jedite und dem Tod von Nephrite ist. Wir wollen doch nicht ebenfalls in Kristalle eingesperrt werden. Zudem könnte Nemesite uns mit seinen Fähigkeiten noch sehr hilfreich sein. Du solltest ihn also noch ein wenig am Leben lassen." Er verschwieg Zoisite, daß er gar nicht so überzeugt davon war, daß Nemesite so einfach getötet werden könnte.

"Gut, Kunzite, ich werde noch ein wenig warten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", erklärte Zoisite, bevor er Kunzite ins Schlafzimmer zog. Er brauchte unbedingt etwas Entspannung.

* * *

Einige Stunden später, erwachte Nemesite aus seinem Schlaf. Es war noch mitten in der Nacht. Trotzdem zog er sich an und ging in den Thronsaal.

Dort wurde ihm der Zutritt jedoch durch zwei Youma versperrt.

"Laßt mich vorbei", befahl er den Wesen mit befehlsgewohnter Stimme.

"Wir haben unsere Befehle. Den Thronsaal darf keiner in der Abwesenheit von Königin Beryl betreten", erwiderte einer der zwei.

Nemesite setzte die Macht ein, um die geistig schwachen Youma zu beeinflussen. "Ihr hört auf jedes meiner Worte", beschwor er sie.

"Wir hören auf jedes Euerer Worte", antworteten beide.

"Ich kann auch in der Abwesenheit der Königin den Thronsaal betreten."

"Ihr könnt auch in der Abwesenheit der Königin den Thronsaal betreten."

"Ich kann passieren."

"Ihr könnt passieren", wiederholten die Youma und ließen Nemesite eintreten.

Der Dunkle Jedi wußte genau, was er hier wollte und ging direkt auf den Kristall mit Jedite zu. Nemesite überlegte sorgfältig, wie er am besten vorgehen sollte, um den hochgewachsenen, blönden Mann aus seinem Gefängnis zu befreien.

Er zog sein Lichtschwert, zündete es und versuchte, ein Stück aus dem Kristall zu schneiden. Zuerst widerstand dieser den Versuchen, doch dann gab das Gestein doch nach. Beruhigt zu wissen, daß es so funktionierte, machte Nemesite weiter. Mit höchster Konzentration ließ er seine Jedi-Waffe durch den Kristall schneiden. Langsam entfernte er den Kristall, Scheibe für Scheibe, bis Jedite nur noch von einer dünnen Schicht umgeben war. Er konnte nun sein Schwert nicht mehr benutzen, ohne das Leben des Mannes zu gefährden.

Statt dessen setzte er die Macht ein und richtete seine gesamte Konzentration auf Jedite. Zunächst wollte sich kein Erfolg einstellen, doch Nemesite gab nicht auf. Er verstärkte seine Konzentration und langsam bildeten sich Schweißperlen auf seiner Stirn. Der Kristall gab ein Geräusch von sich und Nemesite konnte einige feine Risse in dessen Struktur sehen. Der erste Erfolg motivierte ihn und er mobilisierte seine letzten Kraftreserven. Schweiß floß ihm in Strömen von der Stirn, und er war nahe daran, vor Erschöpfung umzufallen, als der Kristall in Tausende von Scherben zersprang. Nemesite war stolz auf seine Leistung, denn er hatte es geschafft, den mächtigen Zauber von Königin Beryl zu brechen.

Es vergingen einige Minuten, in denen sich Nemesite erst einmal sammeln mußte, dann begab er sich zu dem reglosen Jedite. Nach einer flüchtigen Untersuchung stellte Nemesite fest, daß der Puls des Mannes nur sehr schwach und unregelmäßig schlug.

Er hatte es zwar geschafft, ihn zu befreien, doch jetzt mußte Jedites eingefrorener Metabolismus wieder beschleunigt werden. Es gab nur eine Möglichkeit, er würde seine Energieblitze einsetzen müssen, um sein Ziel zu erreichen. Es war noch von keinem anderen Dunklen Jedi zu diesem Zweck versucht worden, aber es müßte funktionieren, wenn er sie genau dosierte.

Wieder konzentrierte Nemesite sich, und schwache Blitze entfuhren seinen Fingerspitzen. Sie berührten Jedite und ließen dessen Körper blauweiß aufleuchten.

Gleichzeitig überwachte Nemesite die Körperfunktionen. Nach ungefähr einer halben Stunde war alles vorbei und Jedites Körper funktionierte wieder normal. Erschöpft sank Nemesite zu Boden. Als er sich wieder etwas erholt hatte, stand er auf und ging zu Jedite hinüber, der sich langsam zu regen begann. Er schlug gerade die Augen auf und sah Nemesite an, der ihm eine Hand reichte.

Jedite ließ sich von Nemesite auf die Füße ziehen. Er war noch etwas schwach auf den Beinen, aber er spürte seine Kräfte langsam zurückkehren.

"Ganz ruhig, Jedite. Du leidest noch an den Nachwirkungen deiner langen Gefangenschaft in dem Kristall."

"Wer bist du, Fremder?"

"Mein Name ist Nemesite. Ich wurde von Königin Beryl aus meinem Universum und meiner Zeit hierher geholt, um sie zu unterstützen. Ich sollte mir entweder Kunzite oder Zoisite als Lehrmeister auswählen, doch es gab eine kleine Auseinandersetzung mit Zoisite. Also entschied ich mich für dich, Jedite."

"Aber die Königin wird erzürnt sein, wenn sie erfährt, daß du mich befreit hast."

"Ganz im Gegenteil, wenn ich es schaffen sollte, dich zu befreien, wird sie dir verzeihen und dich als meinen Lehrer akzeptieren."

"Das kann ich gar nicht glauben. Wenn Königin Beryl jemanden bestraft, ist dies normalerweise endgültig."

"Glaube es ruhig, Jedite", hallte plötzlich Königin Beryls Stimme durch den Saal, und sie erschien auf ihrem Thron. "Ich halte, was ich verspreche. Aber ich verachte Ungehorsam, Nemesite. Ich sagte doch, daß du morgen eine Gelegenheit bekommen solltest, Jedite zu befreien. Aber ich verzeihe dir. Du hast es wirklich geschafft, meinen magischen Bann zu brechen. Ich bin beeindruckt. Du bist wirklich mächtig, ganz wie ich es vermutet habe. Jedite, dir sei dein Versagen der vergangenen Zeit verziehen. Ab sofort stehst du wieder in meinen Diensten. Sehe dies als eine zweite Chance, die nicht jeder in seinem Leben erhält. Ich hoffe, du enttäuschst mich nicht noch einmal."

"Ich werde Euch nicht noch einmal enttäuschen, meine Königin", versprach Jedite mit ernster Miene.

"Das hoffe ich. - Nemesite", sprach sie den Dunklen Jedi an. "dein Training soll morgen früh beginnen. Folge allen Anweisungen von Jedite sehr genau. Außerdem erhältst du morgen eine Uniform des Königreichs des Dunklen. Jetzt geht, alle beide."

"Wir treffen uns morgen hier im Thronsaal, Nemesite. Du solltest jetzt zu Bett gehen." schlug Jedite Nemesite vor und teleportierte davon.

Der Dunkle Jedi ging in seine Unterkunft zurück, doch er ging nicht direkt schlafen.

"Ich soll also eine ihrer Uniformen tragen, das werden wir noch sehen." Schon formte sich ein Plan in seinem Kopf, und mit einem Lächeln auf den Lippen ging er zu Bett.

* * *

Am nächsten Morgen versammelten sich alle wieder im Thronsaal. Die Stimmung war mies und Königin Beryl tobte vor Wut. "Was soll das? Jedite, Kunzite, Zoisite, warum trägt ihr nicht eure üblichen Uniformen?"

"Ähm, meine Königin", begann Kunzite. "Als wir heute morgen unsere frischen Uniformen aus der Youma-Wäscherei holen wollten, waren sie eingelaufen, und keine Magie konnte dies beheben."

"Schickt mir den Youma, der für die Wäscherei verantwortlich ist. Er soll auch die Uniformen mitbringen", kreischte Königin Beryl.

Sofort erschien der zuständige Youma in seiner menschlichen Tarnung als Besitzer einer chinesischen Reinigung, mit allen Uniformen vor der Königin.

"Ihr habt gerufen, meine Königin?"

"Ja, das habe ich. Zeig mir die Uniformen!"

Der Youma folgte den Anweisungen seiner Königin. Auch sie versuchte, ihre Magie anzuwenden, doch sie konnte keinen Einfluß auf die Kleidung nehmen.

"Also, ich weiß nicht, was du für ein Waschmittel verwendet hast, aber du wirst es nicht noch mal benutzen, verstanden?"

"Natürlich nicht, meine Königin. Ich werde diesen Fehler nicht noch einmal machen."

"Nein, das wirst du ganz bestimmt nicht", sagte sie kalt und tötete den Youma mit einer einzigen Geste. "Nun, dann muß ich wohl neue Uniformen für euch erschaffen." Königin Beryl wollte bereits beginnen, doch Nemesite unterbrach sie.

"Meine Königin, kann ich euch kurz sprechen?"

"Wenn es sein muß..."

Nemesite ging zu Königin Beryl und flüsterte ihr etwas zu. Sie schüttelte mehrere Male den Kopf, doch dann nickte sie, und Nemesite ging lächelnd wieder zu den anderen.

"Nun, Nemesite hat mich davon überzeugt, daß es Zeit für ein neues Design eurer Uniformen ist, auch wenn dies ein Bruch der Traditionen des Königreichs des Dunklen darstellt. Aber es soll niemand von mir behaupten können, daß ich neuen Dingen gegenüber nicht aufgeschlossen bin. Und nachdem, was er mir beschrieben hat, sind es sehr hübsche Uniformen."

Beryl beschwor ihre Magie und schon erhielten Jedite, Kunzite und Zoisite neue Uniformen. Sie waren in weiß und gold gehalten mit einem breiten Gürtel und goldenen Epauletten, dazu kamen schwarze Stiefel. Natürlich hatte Kunzites Uniform einen Umhang, dessen Größe und Form ihn erfreute. Nemesite hingegen hatte seine Kleidung behalten dürfen, was aber niemanden störte. Die Shitennou waren mit ihrem neuen Outfits zufrieden und begaben sich an ihre tägliche Arbeit. Für Nemesite begann das Training im Umgang mit seinen neuen Fähigkeiten unter den Augen von Jedite.

* * *

Die Tage vergingen. Nach und nach gewann Nemesite immer mehr Kontrolle über seine neuen Fähigkeiten. Es kam gelegentlich zu kleineren Zwischenfällen, bei denen er sich beim Teleportieren etwas verschätzte und an den falschen Orten landete.

Einmal fand er sich in Königin Beryls Badezimmer wieder, während diese gerade ein Bad nahm. Darüber war sie nicht gerade sehr erfreut. Er hatte zwar noch 'Sorry' sagen können, wurde aber sofort von der aufgebrachten Herrscherin des Königreichs des Dunklen mit Blitzen gegrillt. Er hatte sich nochmals entschuldigt, bevor er wieder verschwand.

Ein anderes Mal hatte er versucht, auf die Erde zu teleportieren, war aber auf dem Mond gelandet, wo er fast erstickt wäre, hätte Jedite ihn nicht gerettet.

Da er aber aus seinen Fehlern lernte, wurde seine Genauigkeit, was das Teleportieren betraf, immer besser. Auch zeigte ihm Jedite Wege, seine Macht einzusetzen, an die er selbst nie gedacht hätte und er wurde noch stärker, als er es ohnehin schon war.

* * *

Dann kam der Tag, an dem er beweisen sollte, was er alles gelernt hatte. Die drei Befehlshaber von Beryls Armee sowie Nemesite und eine große Anzahl Youma hatten sich im Thronsaal versammelt und lauschten den Worten von Königin Beryl.

"Es ist nun an der Zeit, daß Nemesite seinen ersten Auftrag erhält. Nemesite, tritt hervor!" Dieser gehorchte sofort.

"Nemesite, du wirst auf die Erde gehen, um Energie für Metallia zu sammeln. Dabei wird dir, wie es üblich ist, ein Youma helfen. Jedite wird dir dabei assistieren und Ratschläge erteilen. Hast du schon einen Plan, wie du am besten die Energie der Menschen einsammeln kannst?"

"In der Tat habe ich schon einen Plan, meine Königin. Wenn die Menschen in eurem Universum so sind wie die Menschen in meinem Universum, kann der Plan überhaupt nicht fehlschlagen", erwiderte Nemesite.

"Das habe ich schon zu oft gehört, um daran zu glauben." Sie blickte dabei finster in die Richtung ihrer Befehlshaber. "Aber erzähl mir von deinem Plan!"

"Menschen suchen Zerstreuung und Vergnügen im Kino. Sie freuen sich mit den Personen auf der Filmleinwand, sie leiden mit ihnen. Sie lachen und sie weinen mit ihnen. Nirgendwo findet man eine stärkere Energie als in solchen Gefühlen. Und ich habe die idealen Filme aus meinem Universum mitgebracht, welche all diese Emotionen beinhalten. Bei uns waren sie ein großer Erfolg. Glaubt mir, sie werden ihre Wirkung nicht verfehlen."

"Jedite, was hältst du davon?"

"Ich finde, das ist die beste Idee, die ich seit langem gehört habe. Es ist aber auch die einzige Idee, die ich seit langem gehört habe, da ich ja, wie Ihr wißt, im ewigen Schlaf gefangen war."

"Nun, so sei es. - Nemesite, führe deinen Plan durch. Viel Glück."

"Danke, meine Königin. Ich werde Euch nicht enttäuschen", erklärte Nemesite und verschwand mit Jedite und einem Youma aus dem Thronsaal.

* * *

Einige Tage später auf der Erde. Es war ein schöner Morgen, und Sonnenstrahlen fielen durch das Fenster in Bunny Tsukinos Zimmer. Das blonde Mädchen blinzelte einmal kurz, drehte sich um und schlief weiter. Auch den Wecker überhörte sie. Erst als Luna, ihre Katze, ihr mit den Krallen durch das Gesicht fuhr, setzte sie sich sofort kerzengrade im Bett auf.

"Aua, Luna. Was soll das?" fragte Bunny empört.

"Du wolltest einfach nicht aufstehen, also mußte ich dich auf diese Weise wecken. Außerdem kommst du schon wieder zu spät zur Schule", erklärte Luna.

"Oh nein. Ich komme schon wieder zu spät! Ich muß mich beeilen, ich muß mich beeilen", rief Bunny voller Panik, rannte wie wild in ihrem Zimmer herum und versuchte sich in Windeseile anzuziehen.

Luna beobachtete das alles kopfschüttelnd. "Wer würde vermuten, daß das die Kriegerin Sailor Moon ist", dachte die Katze mit dem kleinen Mond auf ihrer Stirn.

Bunny rannte die Treppen herunter zur Küche, steckte sich etwas zu essen in ihre Schultasche und lief aus dem Haus. Luna blieb ihr dicht auf den Fersen.

Auf dem Weg zur Schule kam Bunny gut voran, doch kurz bevor sie dort ankam, stieß sie mit jemanden zusammen und stürzte.

"Hey, kannst du nicht aufpassen?" schrie sie ärgerlich. Jetzt würde sie bestimmt zu spät kommen. Als sie hochschaute, erkannte sie, daß es Mamoru Chiba war.

"Paß doch gefälligst selber auf, du Mondgesicht. Du denkst wohl, die Straße gehört dir allein", erwiderte Mamoru und ging seiner Wege, ohne Bunny auf die Beine zu helfen.

"Blöder Kerl", rief ihm Bunny hinterher. "Du hättest mir wenigstens helfen können."

"Ähm, Bunny, du solltest dich besser beeilen. Ich glaube, deine erste Stunde beginnt gerade", machte Luna sie aufmerksam. Wie zur Bestätigung erklang just in diesem Moment die Schulglocke.

Ohne noch ein Wort zu verlieren, lief Bunny so schnell sie konnte in die Schule, die Treppen hoch bis zu ihrem Klassenraum. Wie immer war sie die letzte, die den Raum betrat.

"Bunny Tsukino, du bist schon wieder zu spät. Wo soll das alles mit dir noch enden?" tat Miss Haruna ihren Ärger kund.

"Sorry, wird nicht mehr vorkommen", sagte Bunny.

Ja, es war ein typischer Morgen für sie. Die Schulstunden vergingen, und wie immer war Bunny nicht ganz bei der Sache.

"Du, Bunny, im Kino läuft ein neuer Film", erzählte ihr Naru in der Pause. "Es geht um Helden und Abenteuer. Er soll wirklich gut sein. Umino, ich und einige andere wollen nach der Schule hingehen. Kommst du mit?"

"Nein, ich kann leider nicht mitkommen."

"Aber sie sagen, zwei der Hauptdarsteller sehen wirklich süß aus."

"Nein, Naru. Ich kann wirklich nicht mitgehen. Ich treffe mich heute mit Freunden, und ich habe versprochen zu kommen. Vielleicht ein anderes Mal."

"Nun gut, du mußt es wissen."

Da läutete auch schon die Glocke, und der Unterricht ging weiter.

* * *

Nach der Schule lief Bunny nach Hause, zog sich um und machte sich auf den Weg zu Makoto. Natürlich war sie wieder mal die letzte, die dort ankam. Ami, Rei und natürlich Makoto waren schon längst da.

"Endlich kommst du, Bunny! Makoto hat wieder mal etwas Leckeres gekocht, und wir wollten eigentlich schon längst anfangen", erklärte Rei.

"Tut mir leid, wird nicht wieder vorkommen", entschuldigte sich Bunny.

"Das sagst du jedesmal!"

"Ist gar nicht wahr!"

"Doch, ist es!"

"Nein, ist es nicht!"

"Doch!"

"Nein!" Bunny schnitt dabei eine Grimasse.

"Doch, doch, doch!" Rei streckte ihr die Zunge heraus.

"Nein, nein, nein!"

"Doch, doch, doch, doch, doch, doch, doch...!"

"Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein...!"

Und wieder hatten sich die beiden in den Haaren und rangen miteinander. Ami und Makoto sahen schweigend zu und schüttelten nur den Kopf (big Sweatdrops).

Makoto ging in die Küche und kam nach kurzer Zeit mit einem vollen Tablett wieder zurück. "Das Essen ist fertig", rief sie.

"Essen? Fertig?!" fragte Bunny und versuchte, sich und Rei zu entwirren.

Kurz darauf saßen alle am Tisch und aßen herzhaft.

"Also, Makoto, du bist wirklich gut. Hast du schon mal daran gedacht, später Köchin zu werden?" wollte Ami wissen.

"Nein, ich koche für euch. Als Beruf wäre es nicht mehr dasselbe."

"Aber du kochst wirklich gut", entgegnete Bunny mit vollem Mund, während sie sich noch einen Nachschlag nahm. "Ich komme wirklich gern zu dir."

"Ja, aber nur weil du sonst nirgendwo so viel in dich reinstopfen kannst, du Vielfraß", reizte Rei ihre Freundin.

"Ist doch gar nicht wahr."

"Ist es doch!"

"Nein, nein, nein, nein, nein..."

"Doch, doch, doch, doch, doch..."

"Jetzt geht das schon wieder los", seufzte Ami, da sie die beiden schon wieder in den Haaren hatten.

"Was meinst du, Ami? Soll ich mich in Sailor Jupiter verwandeln und sie ein wenig mit meinem Donnerschlag kitzeln?" fragte Makoto.

"Nein, nein", wehrte das blauhaarige Mädchen ab. "Die werden sich wie immer irgendwann beruhigen. Komm, ich helfe dir, den Tisch abzuräumen."

"In Ordnung, tun wir das und spülen das Geschirr. Wenn die beiden fertig sind, dürfen sie mein Wohnzimmer aufräumen."

Nachdem der Tisch abgeräumt und das Geschirr gespült war und sich Bunny und Rei wieder beruhigt hatten, saßen alle wieder beisammen.

"Nun, was sollen wir heute unternehmen?" fragte Makoto.

"Ich glaube, Ami brauchst du gar nicht erst zu fragen, die will doch sowieso nur lernen", meinte Bunny.

Ami äußerte sich nicht zu der Bemerkung ihrer Freundin. Statt dessen schlug sie etwas anderes vor. "Wie wäre es, wenn wir alle heute ins Kino gehen? Da läuft ein neuer Film an. Ich glaube, er heißt Star Wars. Es soll um Helden und Abenteuer gehen und sehr atemberaubend sein. Außerdem sollen zwei der Hauptdarsteller süß aussehen."

Die anderen waren von den Äußerungen ihrer Freundin überrascht und schüttelten verwirrt den Kopf (big Sweatdrops).

"Bist du sicher, daß du auch ganz gesund bist, Ami?" fragte Makoto besorgt.

"Oh, du bist so gemein", antwortete sie beleidigt. "Nur, weil ich sonst nur lerne, heißt das doch nicht, daß ich nicht auch mal einen schönen Film sehen will."

"Sie hat das nicht so gemeint." Rei nahm ihre Freundin tröstend in den Arm. "Nun, wer ist alles dafür in den neuen Film zu gehen?"

Alle hoben ihre Hände.

"Siehst du Ami, wir gehen alle mit dir in Star Wars", sagte Bunny.

"Dann laßt uns gehen, wir dürften die nächste Vorstellung noch schaffen", Ami sprang freudig auf, und die Gruppe machte sich auf den Weg ins Kino.

* * *

Währenddessen lief gerade eine Vorstellung von Star Wars und alle Zuschauer fieberten mit den Schauspielern auf der Leinwand mit. Dabei fühlten sich alle ein klein wenig schlapp, was sie aber nicht weiter bemerkten, da Nemesite von jedem Zuschauer nur ein wenig Energie absaugte.

In irgendeinem der hinteren Räume des Kinos sammelte er fleißig die Energie, während Jedite in einer seiner Verkleidungen Eintrittskarten verkaufte.

Nemesite versuchte dabei, die gleiche Pose wie Jedite einzunehmen, aber natürlich hatte er nicht dessen Übung und Grazie. Zudem machte er eine Sache anders als sein Lehrmeister: er sammelte die Energie nicht ständig in seiner Hand, sondern leitete sie direkt zu Metallia weiter. Dabei verstärkte er die Energie mit Hilfe der Macht, so daß sie selbst bei einem Fehlschlag nicht mehr in die Körper der Menschen zurückfließen konnte.

Als Bunny und ihre Freundinnen endlich im Kino ankamen, hatte die nächste Vorstellung schon begonnen. "Wir sind schon wieder zu spät. Das ist alles deine Schuld", beschwerte sich Ami.

"Jetzt bleib ganz ruhig, Ami", versuchte Rei sie zu beruhigen. "Vielleicht läuft noch die Werbung oder es gibt einen Vorfilm. Kommt laßt uns die Karten kaufen."

"Vier Karten für Star Wars, bitte", sagte Bunny zum Kartenverkäufer.

"Vier Karten, kommen sofort." Der verkleidete Jedite riß vier Karten ab und gab sie dem blonden Mädchen. "Hier hast du deine Karten. Der Film hat zwar schon angefangen, aber den größten Teil dürftet ihr noch sehen können. Ich wünsche euch viel Spaß."

"Danke", entgegneten die vier Mädchen und begaben sich ins Kino.

"Habt ihr ihn denn nicht erkannt?" fragte Ami die anderen. "Das war doch Jedite!"

"Jetzt, wo du es sagst, Ami. Der sah wirklich aus wie Jedite in einer seiner blöden Verkleidungen", entgegnete Bunny.

"Aber ich dachte, Jedite sei tot", warf Rei ein.

"Er sah gerade eben sehr lebendig aus. Und wenn er hier ist, gibt es Ärger." Ami sah sich suchend um.

"Könnte mir bitte mal einer von euch sagen, wer überhaupt Jedite ist?" fragte Makoto mitten in die Runde, womit sie sofort die Aufmerksamkeit der anderen hatte.

"Jedite", begann Rei zu erklären, "ist einer der Mächtigen Vier. Er war der erste, den Königin Beryl auf die Erde sandte, um Energie zu sammeln. Außerdem hatte er ein großes Problem mit Flugzeugen. Wir dachten, er sei tot oder zumindest verschwunden. Aber anscheinend lebt er noch."

"Das ist einer der Mächtigen Vier?" fragte Makoto verwirrt. "Der sieht aber süß aus!"

"Nicht schon wieder", seufzten die anderen drei gleichzeitig (big Sweatdrops).

"Wir sollten vorsichtig weitergehen und auf der Hut sein. Wenn Jedite hier ist, wird ein Youma auch nicht weit sein", sagte Ami, und die vier Mädchen machten sich auf den Weg.

* * *

Währendessen im Kartenhäuschen...

"Wenn mich nicht alles täuscht, waren das doch die Sailorkriegerinnen", dachte Jedite. "Ich hätte ja nie gedacht, daß diese Mädchen so gefährliche Gegner sind. Dann muß dieses brünette Mädchen wohl Sailor Jupiter sein. Sie sieht eigentlich ganz nett aus. Ich muß den Youma und Nemesite warnen." Jedite übermittelte die Neuigkeiten telepathisch an die anderen beiden.

Nemesite war schon sehr gespannt auf die gefürchteten Sailorkriegerinnen. Jetzt konnte er Königin Beryl seinen Wert beweisen. Aber zuerst sollte der Youma in Aktion treten, damit er die Kampfstile seiner Gegner studieren konnte.

Bunny und Co. standen jetzt vor dem Kinosaal, in dem gerade Star Wars lief.

"Könnte mal einer von euch schauen, ob da drin alles in Ordnung ist?" fragte Bunny.

"Schön, du Angsthase. Ich schaue rein", erwiderte Rei.

"Ich bin kein Angsthase", entgegnete Bunny, doch das hübsche Mädchen mit dem rabenschwarzen Haar ignorierte die letzte Bemerkung einfach. Sie öffnete die Eingangstür einen Spalt weit und spähte in den Raum. Was sie sah, bestätigte die Befürchtungen der vier Mädchen. Die Zuschauer im Saal starrten alle wie gebannt auf die große Kinoleinwand und sahen alle ein wenig blaß aus. Rei schloß die Tür wieder vorsichtig und erzählte den anderen, was sie gesehen hatte.

"Hier ist ganz klar das Königreich des Dunklen am Werk, wir sollten uns am besten verwandeln und dann in den Kinosaal gehen", schlug Ami vor.

"Du hast recht, Ami. Also los. Macht der Mondnebel, macht auf!" rief Bunny und die anderen taten es ihr gleich.

Und wieder, wie schon so oft zuvor, vollzog sich innerhalb von Sekunden die Verwandlung der vier Mädchen in die gefürchteten Sailorkriegerinnen. Sie stürmten sogleich in den Kinosaal und wurden von der Platzanweiserin begrüßt.

"Hallo, meine jungen Damen, kann ich bitte ihre Eintrittskarten sehen."

"Hier, bitte sehr", sagte Sailor Moon und wollte ihr gerade die Karte geben.

Ami hatte ihren Visor aktiviert und hielt Sailor Moon zurück. "Sei vorsichtig, mein Visor sagt mir, daß die Platzanweiserin ein Youma ist."

"Was, Ami?" fragte Sailor Moon verblüfft und wandte sich dann der Frau zu. "Du bist enttarnt, Dämon aus dem Königreich des Dunklen. Zeige deine wahre Gestalt."

"Wie du willst", antwortete die Frau und verwandelte sich. "Ich bin Cinematara, und ich werde euch vernichten." Dabei drohte sie den vier Sailorkriegerinnen mit ihren Armen, die in zwei großen Filmrollen endeten.

Sailor Moon nahm wieder eine ihrer bescheuerten Posen ein und hielt eine ihrer Ansprachen. "Menschen gehen ins Kino, um sich von der Realität ablenken zu lassen. Wie kannst du es wagen, diesen Ort für deine dunklen Machenschaften zu mißbrauchen? Ich bin Sailor Moon, und im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen."

"Das werden wir noch sehen", schrie Cinematara und griff an. Aus den Armen des Youma lösten sich einige Filmschnipsel und flogen als rasiermesserscharfe Geschosse auf die Sailorkriegerinnen zu. Sie konnten nur knapp ausweichen und versteckten sich hinter den Sitzreihen.

"Kommt raus, kommt raus, wo immer ihr seid", lockte der Youma.

"Damit du uns töten kannst. Wir sind doch nicht blöd", entgegnete Sailor Moon.

"Da habe ich aber andere Sachen gehört."

"Das ist doch nicht wahr", rief Sailor Moon und sprang vor Wut auf.

Darauf hatte Cinematara nur gewartet und jagte wieder ihre Geschosse in Richtung der blonden Sailorkriegerin. Ihr gelang es zwar auszuweichen, aber nun stand sie direkt vor dem Dämon.

Aus dessen Hand löste sich ein langer Filmstreifen und umschnürte Sailor Moons Kehle wie ein Lasso.

Die anderen Sailorkriegerinnen wollten ihrer Anführerin zu Hilfe eilen, doch sie wurden von weiteren Lassos auf die gleiche Weise gefangen.

"Jetzt habe ich das mächtige Sailor-Team in meinen Händen. Ihr seid also doch nicht so stark wie die anderen Youma immer behaupten", lachte Cinematara, die ihren Sieg schon sicher glaubte.

Die Schlingen zogen sich immer enger, und den Sailorkriegerinnen wurde langsam die Luft knapp. Doch plötzlich flog ein Schatten durch die Luft und durchtrennte die Filmbänder wie ein Dolch. Der Schatten entpuppte sich als eine Rose, die im Boden stecken blieb. Verwirrt sah sich der Youma um und entdeckte einen Mann, der mit einem schwarzen Anzug, einem weiten Umhang, einem Zylinder und einer großen Maske gekleidet war. Tuxedo Kamen stand im Notausgang.

"Menschen suchen in Kinos Ablenkung und Unterhaltung. Und du wagst es, sie bei ihrem Vergnügen zu stören", erklärte er.

"Oh, Tuxedo Kamen hat uns wieder einmal gerettet", riefen Sailor Moon und Sailor Mars gleichzeitig und rosa Herzchen erschienen in ihren Augen.

"Los, Sailorkriegerinnen, jetzt seid ihr an der Reihe", wies Tuxedo Kamen die vier an.

"Ja, sofort", erwiderte Sailor Merkur und begann sich in Position für ihren Angriff zu begeben. "Seifenblasen!" rief sie und schon war das ganze Kino in Nebel gehüllt.

Dadurch war der Youma (wie immer) verwirrt und konnte nicht mehr erkennen, wo sich die vier Mädchen befanden.

Sailor Mars und Sailor Jupiter griffen nun an. "Feuerringe fliegt!"

"Donnerschlag!"

Das Feuer von Mars und der Donnerschlag von Jupiter vereinigten sich zu einem einzigen Strahl und streckten den Youma zu Boden.

"Jetzt bist du an der Reihe, Sailor Moon", riefen Sailor Mars, Sailor Merkur und Sailor Jupiter gemeinsam.

"Jawohl", antwortete das blonde Mädchen und vollführte einen Tanz zu einer unhörbaren Musik, welche zu ihrer finalen Attacke gehörte. Sie nahm die Mond-Tiara von ihrer Stirn, und diese verwandelte sich in ihrer Hand in einen Diskus. "Mondstein, flieg und sieg!" rief Sailor Moon.

Der leuchtende Diskus löste sich aus ihrer Hand und flog auf den Youma zu. Dieser hatte keine Gelegenheit mehr auszuweichen und wurde voll erwischt. Binnen Sekunden verwandelte sich Cinematara in ein Häufchen Asche. Der Diskus kehrte zu Sailor Moon zurück und wurde wieder zu einer Tiara, die sie sich wieder aufsetzte.

Die Zuschauer erwachten aus ihrer Starre und wurden von den Sailorkriegerinnen aus dem Kino geschickt. Der Saal war binnen Sekunden leer, und auch die vier Mädchen wollten gerade gehen als Jedites Stimme ertönte.

"Nicht so schnell, Sailorkriegerinnen. Ich bin noch nicht fertig mit euch." Er tauchte vor den vier Sailors in der Luft schwebend auf.

"Jedite, du lebst also doch noch", rief Sailor Moon überrascht.

"Aber nicht mehr lange. Wir haben dich schon mal besiegt, wir werden es wieder tun", erklärte Sailor Mars.

"Aber, aber, meine Damen. Ich bin nicht hier um gegen euch zu kämpfen. Das wird unser Neuzugang erledigen. Nemesite, zeige dich", rief Jedite.

Eine tiefschwarze Wolke entstand wie aus dem Nichts und formte sich zu einem Menschen. Der junge Dunkle Jedi war vor der Leinwand erschienen und ging einige Schritte auf die Sailorkriegerinnen zu.

"Das soll ein neuer Befehlshaber sein?" fragte Sailor Mars. "Der trägt ja nicht mal die Uniform des Königreichs des Dunklen. Wobei mir einfällt, die neue Uniform gefällt mir. Ihr scheint wohl endlich etwas Geschmack zu entwickeln."

Jedite antwortete nicht, statt dessen trat Nemesite vor.

"Ich bin kein Befehlshaber des Königreichs des Dunklen, sondern ein Dunkler Jedi."

"Das ist gut, daß er nicht zum Königreich des Dunklen gehört", seufzte Sailor Jupiter und himmelte den Jedi an. "Er sieht so gut aus. Viel besser als mein alter Senpai."

"Ja, das mag ja vielleicht sein, aber er ist auf der Seite unserer Gegner", entgegnete Rei.

"Das ist aber auch zu schade", seufzte Makoto. "Meinst du, wir können ihn überreden, auf unsere Seite zu wechseln?"

"Nein, das glaube ich nicht. Und jetzt reiß dich zusammen!"

"Schön, ich werd's versuchen", antwortete Makoto, konnte ihre Augen aber nicht von dem jungen Mann abwenden.

Nemesite betrachtete jede der Sailorkriegerinnen. "Die haben Königin Beryl bisher so viele Probleme bereitet? Ich kann es nicht fassen. Sailor Moon, Sailor Mars und Sailor Merkur sind nichts besonderes. Nur bei Sailor Jupiter fühle ich eine Erschütterung der Macht. Ob sie vielleicht ,achtsensitiv ist?" dachte er und ging noch einen Schritt weiter auf die Sailorkriegerinnen zu. "Ich bin bereit für euch, greift mich an."

"Wenn er unbedingt sterben will, tun wir ihm doch den Gefallen. Du zuerst, Merkur", meinte Sailor Moon.

"Jawohl! Seifenblasen!" Wieder erschuf Sailor Merkur ihren dichten Nebel, doch diesmal nicht für lange. Nemesite zog seinen Umhang dichter zusammen, um ihn sofort wieder aufzublähen und flattern zu lassen. Der Nebel verzog sich, und Sailor Merkur kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

"Dann bin ich wieder mal an der Reihe", rief Sailor Mars. Sie beschwor die Geister und warf einen Bannspruch nach Nemesite. Der Zettel mit dem Bannspruch blieb an dessen Stirn haften, bewirkte aber ansonsten nichts.

"Das ist aber nett, du wirfst mit Papierstreifen um dich, die eigentlich nichts können, außer überall festzukleben. Ich muß sagen, daß ist wirklich sehr beeindruckend", kommentierte Nemesite ironisch, entfernte den Bannspruch und zertrat ihn auf dem Boden.

"Jetzt reicht's mir aber", rief Sailor Mars in Rage. "Feuerball, flieg!"

Aus Reis Händen löste sich ein großer Feuerball, der auf Nemesite zuflog. Dieser blieb ruhig stehen und konzentrierte sich auf eine seiner Machtfähigkeiten. Er streckte die rechte Hand aus und ließ den Feuerball näher kommen. Als er seine Hand traf, absorbierte er dessen Energie mit der Macht, und Sailor Mars konnte nur fassungslos zusehen.

Jetzt griff Tuxedo Kamen ein. Er warf mehrere seiner Rosen nach Nemesite, doch er hatte keinen Erfolg. Der Dunkle Jedi zündete einfach sein Lichtschwert und zerschnitt die Rosen.

"Was mischst du dich da ein, du Frackträger? Daß du dich nicht schämst mit so einem Anzug und solch einem bescheuerten Hut herum zu laufen", rief Nemesite in Richtung Tuxedo Kamen. Er machte eine Geste mit der Hand und schon wurde der Verbündete der Sailorkriegerinnen gegen die Wand geschleudert, wo er ohnmächtig liegen blieb.

"Das reicht!" schrie Sailor Jupiter. "Wie kannst du es wagen, so mit meinen Freunden umzuspringen. Dein gutes Aussehen gibt dir noch lange nicht das Recht dazu."

"Ja, gut - ich fühle deinen Zorn", entgegnete Nemesite.

"Du wirst gleich noch etwas ganz anderes spüren!" schrie Makoto. "Donnerschlag!"

Wieder verschoß Makoto ihre Blitze, diesmal in Richtung Nemesite. Er reflektierte sie, und Makoto konnte gerade noch im letzten Moment ausweichen.

"Das war mein bester Donnerschlag, und er hat ihn einfach reflektiert", rief Sailor Jupiter fassungslos.

"Du kannst noch besser werden. Komm mit mir, und ich werde deine Ausbildung beenden", entgegnete Nemesite.

"Mit dir kommen? Wir kennen uns doch erst so kurz." Sailor Jupiter sah Nemesite schmachtend an.

"Zusammen werden wir als Sailor Jupiter und Nemesite über die Galaxis herrschen."

"Die Galaxis ist aber riesengroß. Und auch wenn du so toll aussiehst und alles, will ich doch meine Freunde nicht im Stich lassen. Außerdem bist du böse."

"Komm mit mir, das ist der Weg, der dir bestimmt ist", erwiderte Nemesite mit fester Stimme.

"Laß endlich Sailor Jupiter in Ruhe, Nemesite", kreischte Sailor Moon. "Du hast es gewagt, meinen geliebten Tuxedo Kamen zu verletzen, und du hast dich über meine Freunde lustig gemacht. Im Namen des Mondes werde ich dich dafür bestrafen."

"Oh, ich zittere vor Angst", entgegnete der Dunkle Jedi.

"Das solltest du auch!"

"Hast du noch nie etwas von Sarkasmus gehört?"

"Natürlich, denkst du ich bin dumm?"

"Wenn du so direkt fragst - ja!"

"Das reicht jetzt, Nemesite. Du hast mich wirklich wütend gemacht."

"Ja, ich fühle deinen Zorn."

Sailor Moon ignorierte den letzten Kommentar und begann wieder, ihren Tanz aufzuführen. Sie nahm die Tiara von ihrer Stirn, die abermals in ihrer Hand zu einem leuchtenden Diskus wurde und richtete ihn auf Nemesite.

"Mondstein, flieg und Sieg!"

Der Diskus flog direkt auf den Dunklen Jedi zu, doch dieser erwartete Sailor Moons Angriff, hob sein gezündetes Lichtschwert in die Luft, und ließ es mit einem schnellen Schwung herab fahren.

Nun geschahen mehrere Dinge gleichzeitig. Jedite begann lauthals zu lachen, die Sailorkriegerinnen starrten ungläubig und verzweifelt in Richtung Nemesite und Sailor Moon schrie: "Oh nein, der Mondstein."

Die zwei Hälften von Sailor Moons Tiara schlugen mit einem Scheppern auf dem Boden auf, denn Nemesite hatte sie mit seinem Lichtschwert gespalten.

Fortsetzung folgt!


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© by Thorsten 'Nemesite' Geraldy - Email: mailto:nemesite@dark-kingdom.de


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