Entscheidung am Nordpol

Teil 4: Verwirrte Gefühle

© 2003 by Lady Raven


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Drei Tage später...

Der Wind pfiff um das massige Blockhaus und die Wolken von Schneekristallen, die er vom Dach wirbelte, verdeckte den Blick auf die blinkenden Sterne.

Morgen, morgen würden sie endlich ihr Zielgebiet erreichen. Seseragi rieb trat aus dem Duschraum und rieb sich die Haare trocken. Erstaunlich, dass es einen solchen Luxus am Ende der Welt gab. Die Aktivität der Sonnenflecken war hier oben weit weniger spürbar, hatte er sich sagen lassen, dennoch waren seine Albträume in den letzten zwei Nächten lebhafter geworden. Der lila Anhänger an seiner Kette funkelte im Licht der Nachttischlampe. Eigentlich sollte er längst schlafen. Aber ihm ging diese Höhlenformation nicht aus dem Kopf, auf die der Professor es abgesehen hatte.

Heute abend nach dem Nachtmahl hatten sie das erste Mal Einzelheiten erfahren.

"Entdeckt wurde das Phänomen von ein paar Beobachtungssatelliten", hatte der Professor mit leuchtenden Augen erzählt, "zuerst wurde es für eine Verwerfung gehalten, aber eine Expedition, die nahe daran vorbei fuhr, hat durch Zufall herausgefunden, dass es sich um eine Höhle gigantischen Ausmaßes handeln muss, die hinter diesen Wällen aus Eis seit Urzeiten bestand hat. Anders als die Gebiete ringsum soll dort auch im heißesten Sommer das Eis nicht schmelzen. Da ein Großteil der Höhle nicht aus Stein sondern aus lichtdurchlässigen, relativ dünnen Eisschichten besteht, habe ich begründete Hoffnung, dass das Licht ausreicht, um eine Ruderalflora im frühesten Stadium zuzulassen. Mit etwas Glück stoßen wir auf noch völlig unbekannte Arten, die durch ihre Isolation eine Einzigartigkeit haben, wie man sie sonst nirgendwo antrifft."

Bei der Erinnerung an die Begeisterung des Professors musste Seseragi lächeln. Er schlüpfte gähnend in sein Pyjamaoberteil und schlug die Bettdecke zurück. Zwar war es erst sieben Uhr abends, aber er fühlte sich todmüde. Chiba, der wirklich seine Augen überall zu haben schien, hatte eifrig alle Fragen auf seiner Checkliste gestellt, den Blutdruck gemessen und alles notiert, was sie gegessen oder getrunken hatten. Irgendwie hatte sich Seseragi gescheut von seinen Albträumen zu erzählen und auch Kiyoi war kurz angebunden gewesen. Offenbar behagte ihm die Dunkelheit und das Klima hier im hohen Norden nicht. Sesragi schlüpfte unter die Decke und knipste das Licht aus. Bevor er einschlief fiel ihm die Warnung der Wahrsagerin wieder ein... Bislang war doch noch gar nichts Schlimmes passiert, obwohl er ihre Worte in den Wind geschlagen hatte...

Er dämmerte hinüber und in seinem wirren Traum sah er, wieder einmal wie die Sonne von den schwarzen Flecken verschlungen wurde. Rings um ihn erstreckte sich eine eisige Einöde und er trug wieder diese komische Uniform. Die Flecken gaben etwas Sonnenfeuer für Augen und Mund frei und dieser brennende Mund formte einen Namen. Z ... ja, er begann definitiv mit z, aber mehr konnte Seseragi nicht erkennen. Allerdings wusste er, dass wenn er je den vollen Namen aus dem Munde dieses Sonnenverschlingenden Ungeheuers hören würde, er keine Chance hätte, zu widerstehen.... Das Monster schien es auch zu ahnen, denn es lachte lautlos und streckte eine schwarze Klauenhand nach seinem Herzen aus. Seseragi wollte sich umdrehen und fliehen, egal wohin, doch das Eis hatte seine Beine bis zu den Knien eingeschlossen und so konnte er nur hilflos zusehen, wie das Verderben nach ihm griff...

Mit einem Schlag war er hellwach. "Ausgeträumt?", fragte eine trockene Stimme und er zuckte erschrocken zusammen.

Seine Hand tastete nach der Nachttischlampe und er erkannte Kiyoi, der nur mit Pyjamahose bekleidet an seinem Bett saß.

"Was ... was machst du hier?", fragte Seseragi stockend. "Du hast geschrieen. Und da ich gleich nebenan schlafe, beziehungsweise schlafen wollte, konnte ich es nicht ignorieren", sagte Kiyoi, streckte sich und gähnte. "War wohl ein Albtraum, oder?"

Seseragi nickte beklommen, aber seine Gedanken waren ganz woanders. Er konnte den Blick nicht vom Spiel der gebräunten Muskeln lösen. Offenbar ging Kiyoi nicht nur regelmäßig ins Solarium sondern auch ins Fitnessstudio. Von sich selbst konnte er dergleichen nicht behaupten und er war sich seiner bleichen Haut und eher schwächlich entwickelten Kräfte peinlich bewusst. Sein Blick begegnete dem amüsierten Funkeln in Kiyois Augen und er wurde rot.

"Es geht schon wieder", murmelte er hastig. "Du kannst wieder zurück in dein Zimmer..." "Bist du sicher, dass der Traum nicht wiederkommt?", fragte Kiyoi und strich mit der Hand über die verschwitzte Stirn des sandhaarigen Mannes.

Die Berührung hatte etwas Fürsorgliches an sich und Seseragis Herz machte einen Sprung. Die Szene auf dem Flughafen fiel ihm wieder ein. Sah Kiyoi in ihm die Beute, jetzt, in diesem Moment? Der weißhaarige Mann beugte sich zu ihm herab. Irgendwie schien er Seseragis Gedanken lesen zu können. "Wer weiß", murmelte Kiyoi und freute sich über die heftig pochende Ader an Seseragis Hals. Es tat gut zu spüren, dass diese Anziehung nicht nur einseitig war. Egal wie sich Seseragi sträubte, Kiyoi war sich seiner Sache sicher. Er würde es geschehen lassen, einfach so. Wenn es von Wert war, würde es Bestand haben... und wenn nicht, dann würde man nach dieser Expedition auseinander gehen ohne eine versäumte Gelegenheit zu bereuen...

Entschlossen presste er seinen Mund auf Seseragis bebende Lippen und genoss die unerwartete Zartheit und Wärme. Die herbe Süße des Kusses war ganz anders als der schwere Honig, den er bei seinen vielen Eskapaden mit aufregenden Frauen genossen hatte. Das hier belebte, machte hungrig und verlangte nach mehr, viel mehr...

Seseragis Herzschlag, der kurz ausgesetzt hatte, kam in dreifacher Stärke zurück. Seine Hände fassten Kiyoi an den Schultern, gruben sich in dessen warme, starke Muskeln und zögerten, ihn wegzustoßen. In seinem Herzen begann ein Gefühl zu erwachen, das jenem aus seinem Traum mit den Blumen so sehr glich. Doch die Gestalt dort hatte lange Haare gehabt. Unwillkürlich löste er eine Hand und fuhr Kiyoi durch seinen kurzen Schopf. Weich ... weich und glatt wie Seide ... es war das gleiche Gefühl wie in seinem Traum.

Warum aus seinem Herzen eine Mördergrube machen? Wenn die Wahrsagerin recht hatte, würde er den Ausflug zum Nordpol sowieso nicht überleben. Und wenn er schon abtreten musste, wollte er vorher noch gelebt haben, mit allen Sinnen, mit allem Fühlen und Sehnen, das in ihm war. Kiyois Herz machte einen Freudensprung, als er fühlte, wie Seseragi nach ihm griff, um ihn tiefer zu sich herab zu ziehen. Der Jäger hatte die Beute gestellt und sie ergab sich...

Die muskulösen und doch schlanken Hände zogen die Bettdecke herunter und fuhren von unten den Pyjamaoberteil. Seseragi schnappte nach Luft, als er die Berührung auf seiner bloßen Haut spürte. Darauf hatte Kiyoi nur gewartet, um den Kuss zu vertiefen, während er über die glatte Brust seines Erwählten strich. Ja, hier war die Stelle, an der das Herz so heftig schlug, als wollte es die Brust sprengen. Ohne den Kuss zu unterbrechen nahm er Seseragis Hand und legte sie auf seine eigene Brust, damit die Beute, den Herzschlag des Jägers spürte.

Atemlos lösten sich voneinander. "Du machst mich wahnsinnig", flüsterte Seseragi. ohne jedoch die Hand von Kiyois Herz zu nehmen "Ich will es nicht, ich will mich nicht so gehen lassen..." "Warum nicht?", fragte Kiyoi mit rauer Stimme. "Bin ich dir nicht gut genug?" Seseragi schüttelte energisch den Kopf. "Nein, ich habe Angst, Angst davor, dass du nur ein Spiel mit mir treibst. Wenn ich mich fallen lasse, wo werde ich landen...?"

"Da wo du hingehörst", murmelte Kiyoi und seine klaren, blauen Augen waren dunkel vor Leidenschaft, "da wo du hingehörst, in meinen Armen..." Ihre Lippen trafen sich erneut und ... ...es klopfte an der Türe.

"Seseragi-kun, ist alles mit Ihnen in Ordnung?" Es war die Stimme des Professors. "Ich dachte, ich hätte Sie schreien gehört. Gibt es ein Problem?"

Mit einem unterdrückten Fluch stemmte sich Kiyoi hoch und trat lautlos zur Seite, damit Seseragi aufstehen, seinen Pyjamaoberteil richten und zur Türe gehen konnte.

Seseragi musste sich anstrengen, um seinen Ärger über die Unterbrechung nicht durchklingen zu lassen, als er die Türe einen Spalt öffnete und ein freundliches Lächeln aufsetzte.

"Keinen Grund zur Sorge, Takei-sensei. Ich hatte nur einen Albtraum."

"Da bin ich erleichtert", sagte der Professor und rückte seine Brille zurecht. "Versuchen Sie, rasch wieder einzuschlafen. Morgen wird ein harter Tag für uns alle und wir sollten so ausgeruht wie möglich sein."

"Danke für Ihre Sorge, sensei", sagte der junge Mann und meinte es auch so. "Ich werde Ihren Rat beherzigen."

Damit schloss er die Türe wieder und lauschte den Schritten des Professors, die sich entfernten. "Das war knapp!" Er drehte sich um, und zuckte zusammen, denn Kiyoi war lautlos hinter ihn getreten. "Aber er hat recht." Bedauern schwang in der Stimme des Weißhaarigen und auch Frust und unterdrücktes Verlangen. "Ich gehe besser wieder..."

Er trat an Seseragi vorbei und griff nach der Klinke.

"Warte noch!" Zwei warme Arme schlangen sich von hinten um seinen Rücken und er spürte, wie Seseragi seine Wange an ihn schmiegte. "Ich weiß, es ist verrückt, aber ich glaube ..." "Lass das!" sagte Kiyoi unwirsch. Er entwand sich Seseragis Umarmung und öffnete die Türe, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Mit betroffenem und verletztem Gesichtsausdruck wich Seseragi zurück. Warum...? "Leg dich schlafen und schrei um Gottes Willen nicht mehr so laut. Wenigstens einer von uns sollte morgen halbwegs ausgeschlafen sein..." Mit diesen harschen Worten schlüpfte Kiyoi zur Türe hinaus und ließ einen sehr verwirrten Seseragi zurück.

Draußen auf dem Flur, einige Schritte von Seseragis Türe entfernt, blieb er stehen und atmete tief durch. Beinahe hätte er es geschehen lassen. Beinahe hätte er die Kontrolle verloren. Seufzend ging er zu seinem Zimmer und schloss die Türe von innen ab. Mit wenigen Schritten durchmaß er das Zimmer und blieb vor dem Fenster stehen. Es war natürlich absolut dumm, dennoch, er brauchte unbedingt frische Luft. Also öffnete er das Fenster und genoss den Schwall eisiger Kälte der in Begleitung schneidend harter Schneekristalle in den Raum fegte. Ein tiefer Atemzug, noch einer, dann schloss er das Fenster wieder. Zähne klappernd wickelte er sich in eine Wolldecke und schlüpfte unter das Federbett. Seine Augenlider wurden schwer und er dämmerte hinüber in einen wenig erholsamen Schlaf. Auch er wurde von Träumen geplagt, Träumen in denen er einen wehenden Umhang trug und seine Haare weit den Rücken hinunter reichten. In diesen Träumen starrte er gebannt auf eine schillernde Kugel, und schlanke Hände mit Fingernägeln, die an Krallen erinnerten.

Er erschauerte innerlich vor der Macht, welche die Besitzerin dieser Hände ihr eigen nannte. Und dann war da noch dieser Schatten, jemand, der an seiner Seite stand. Er spürte diese Hand auf seiner, warm und ermutigend, gleichzeitig schwach und um Hilfe bittend. Dann verschwand diese Hand auf einmal und obwohl er wusste, dass die Krallenfinger etwas damit zu tun hatten, obwohl er sich leer und verlassen fühlte, vermochte er, seinen Hass nicht auf die echte Quelle, auf diese boshafte Finsterniss zu lenken. Statt dessen wusste er das Licht zu hassen, dieses Licht, dass von einer schlanken Gestalt mit langen, blonden Haaren ausging, von einem weißen Kleid und einem funkelnden Kristall...

"Aufwachen!" Der Weckruf es Professors riss Kiyoi aus seinen wirren Träumen. Fröstelnd streifte er die Decke ab und schlug das Federbett zurück. Im Zimmer war es noch immer kühl, und er musste sich zwingen die nackten Füße auf den kalten Bohlen des Fußbodens zu stellen. "Ich komme gleich!", rief er laut und tapste ins Bad. Zum Glück war das Wasser wenigstens heiß. Heute würde es also soweit sein, dass sie die geheimnisvolle Höhle erkundigten. Er stemmte die Hände gegen die Fliesen und grübelte über den wirren Traum nach. Es war nicht das erste Mal, dass er sich in dieser Uniform gesehen hatte mit langen Haaren. Zwar hielt er von solchem Humbug wie früheren Leben nicht viel, aber alle seine Nachforschungen was wohl diese Uniform bedeuten konnte, waren im Sand verlaufen. Niemals, in seinem ganzen Leben nicht, hatte er sein Haar lang getragen. Es hatte ihn auch noch nie jemand darauf angesprochen bis auf ... Er hob den Kopf und zog die Augenbrauen zusammen. Bis auf Seseragi.

Irgendwo tief drin keimte der Gedanke, dass es einen Zusammenhang gab, zwischen seiner Leidenschaft für den sandhaarigen Botaniker und diesen sonderbaren Träumen. Frustriert drehte er nach einer Weile den Wasserhahn ab und rieb sich trocken. Heute war der große Tag. Darauf und nur darauf würde er sich konzentrieren. Es war gut, dass er sich gestern Abend nicht hatte gehen lassen. Er würde dem Drängen seiner Begierde erst nachgeben, wenn er sicher sein konnte, dass Seseragi nicht nur einem momentanen Impuls nachgab, sondern genau gleich fühlte wie er. Als er eine gute halbe Stunde später beim Frühstück erschien, war er wieder ganz, der kühle, gefasste Wissenschaftler. Die dunklen Ringe um Seseragis Augen freuten ihn, denn offenbar war ihm die Abfuhr nahe gegangen. Ein gutes Zeichen. Seseragi wiederum fühlte sich innerlich wie gerädert. Er war gestern noch lange wach gelegen und hatte gegrübelt, warum Kiyoi auf einmal von heiß auf kalt geschaltet hatte. Schließlich war ihm der Gedanke gekommen, dass Kiyoi vielleicht nur mit ihm spielte. Eine andere Erklärung wollte ihm nicht einfallen und so grollte er beim Frühstück stumm vor sich hin.

Die einzigen, die offenbar eine erholsame Nacht hinter sich hatten, waren Chiba und der Professor. Der junge Mediziner sah munter von einem zum anderen und notierte gewissenhaft die jeweilige Verfassung. Auf seine Checkfragen bekam er von Seseragi nur missmutiges Murmeln, von Kiyoi ein paar knappe, wenn auch präzise Sätze und nur der Professor ließ sich zu genaueren Beschreibungen seiner Nachtruhe und seines Befindens hinreißen.

Nachdem jeder gegessen hatte, trugen sie das vorher abgesprochene Gepäck zusammen. Obwohl dieses Haus ihre Basis bleiben würde, war dennoch vorgesehen, dass sie einige Nächte in der Höhle bleiben würden. Die Belegschaft des Hauses versprach, auf ihre zurückgebliebenen Habseligkeiten zu achten und ihre Zimmer frei zu halten. Man wollte in Kontakt bleiben.

Der Tag war dämmrig und irgendwie konnte sich Seseragi des Gefühls nicht erwehren, dass etwas Besonderes in der Luft lag. Schicksal vielleicht? Er gab sich einen Ruck und packte seine Sachen auf den Motorschlitten. Da er sich entschlossen hatte, Kiyoi seine Falschheit heimzuzahlen, tat er so, als wäre der Weißhaarige Luft und hielt sich eng an Chiba. Kiyoi bemerkte dies sehr wohl und runzelte die Stirn. Obwohl er seinen Rückzug letzte Nacht nicht bedauerte (das Gegenteil würde er niemals zugeben, auch vor sich selber nicht), drehte er Seseragi verärgert den Rücken zu und unterhielt sich vor allem mit dem Professor.

Als sie schließlich aufbrachen, fuhren sie in zwei Paaren hintereinander her. Vorn der Professor und Kiyoi, dahinter Chiba und Seseragi.

Da es auf der weiten Öde des Eisfeldes keine Markierungspunkte gab, hielten sie immer wieder an, um die zurückgelegte Strecke mit Hilfe des Kompasses und der Karten zu berechnen. Wie erwartet, ließ sich die Sonne selbst nicht blicken, auch nicht, als es auf Mittag zu ging.

Lediglich ihre flammende Korona blitzte für kurze Zeit über den südlichen Horizont.

Es war bedrückend, niemals klares Tageslicht genießen zu können. Selbst zur hellsten Zeit des Tages war zu dunkel, um ohne Lampe die Karten zu lesen. Das Mittagessen war eine rasche Angelegenheit, aber jeder war froh, um die heiße Suppe, die sie mit ihren dick wattierten Handschuhen vorsichtig löffelten, ehe sie den Kocher ausschalteten, aufluden und weiter brausten.

Daher war es nicht verwunderlich, dass eine etwas niedergedrückte Truppe schließlich am späten Nachmittag Eingang zur Höhle fand.

Chiba hielt sich betont im Hintergrund, als der Professor von seinem Motorradschlitten stieg und sich sein Gesicht aufhellte. "Das muss es sein!", tönte es dumpf hinter seinem Gesichtsschutz. "Wir bringen die Schlitten am besten hinein, damit sie nicht unter einer Schneewehe begraben werden."

Das klang vernünftig und so taten sie es. In der Höhle selbst war erstaunlicherweise mehr Fels als Eis zu finden, was die Laune des Professors sichtlich dämpfte. Ohne Lichtdurchlässige Eiswände, gab es keine Helligkeit für die Pflanzen, die er hier zu finden hoffte. Der starke Strahl ihrer Helmlampen (die Helme trugen sie unter den Pelzgefütterten Kapuzen ihrer Anoraks) glitt über sonderbar glatten Boden. "War schon einmal jemand vor uns hier?", fragte Seseragi nach einer Weile erstaunt. "Das kann unmöglich natürlichen Ursprungs sein."

"Da haben sie leider recht", murmelte der Professor so leise, dass es kaum noch hörbar war. "Seien sie nicht so niedergeschlagen, Professor", versuchte Chiba ihn aufzumuntern. "Die Höhle ist doch sehr groß, oder? Vielleicht finden wir weiter drin, was sie suchen."

Auch Seseragi konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass ihm dieser Ort irgendwie vertraut vorkam. Er wusste ganz einfach, dass sich die Höhle noch weit erstreckte, dass es noch Wände aus Eis geben würde und Räume, in denen das Licht hell genug war, um einfachste Pflanzen zu versorgen. Die Wände der Höhle rückten im weiteren verlauf des Ganges dichter zusammen. Der Professor begann schwer zu atmen und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie ihm zuliebe die ganze Expedition aufgeben und unverrichteter Dinge umkehren mussten. Doch auf einmal rief Kiyoi, der voran ging erstaunt aus: "Licht! Da vorn wird es heller!"

Das war nicht alles. Die stärkere Helligkeit ging erstaunlicherweise mit einem Anstieg der Temperatur Hand in Hand. Der Professor legte kurz seine Hand auf den polierten Boden und murmelte etwas von vermutlich vulkanischer Aktivität. Der Gang machte eine scharfe Biegung und ohne jede Vorwarnung standen sie am Rand einer gigantischen Höhle.

Weiter zu Teil 5


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