Entscheidung am Nordpol

Teil 6: Ein hoher Preis

© 2003 by Lady Raven


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Da war er wieder, dieser Traum. Seseragi wälzte sich zur Seite und seine Hände krampften sich um den lilafarbenen Anhänger, den er aus seinem Pullover gezerrt hatte. Wiederum war da diese Sonne, die schwarzen Flecken und eine Bewusstheit, die immer machtvoller wurde. Dieses Mal aber fror er nicht fest, er konnte weglaufen. Er lief und rannte und stolperte und ... da war eine Wand. Zitternd drehte er sich um. Vor seinen schreckgeweiteten Augen lösten sich die schwarzen Flecke von der Sonne, ballten sich zusammen und fielen als nachtdunkler Ball auf die Erde. Er wusste dass dieses Verderben auf der Suche war.

Auf der Suche nach ihm.

Ich bin ich.

Mich wirst du nicht bekommen.

Niemals.

Niemals wieder.

... Wieder?

Mit einem Schlag war Seseragi wach. Da es im Zelt dunkel war, tastete er vorsichtig nach seinem Kollegen. Doch der Schlafsack war leer. Wo war Kiyoi?

Im anderen Zelt schreckte Chiba aus seinem leichten Schlaf hoch. Es wü rde kommen. Sehr bald. Seine Finger griffen an sein Handgelenk. Das kühle Metall des Kommunikators fühlte sich beruhigend an. *Wenn ich rufe, wird Hilfe kommen. Ich bin nicht allein. Allein gegen sie. Vielleicht bald allein gegen drei.*

Er kletterte aus dem Schlafsack und verließ so leise wie er konnte das Zelt. Es hätte finster sein müssen in der Höhle, aber die phosphoreszierenden Flechten setzten der Dunkelheit ihr kühles, grünblaues Licht entgegen und so konnte er die Umrisse des anderen Zeltes wahrnehmen. Soeben wurde dort auch der Eingang geöffnet. Seseragi trat heraus, eine Lampe in der Hand. Der hellte Strahl fuhr über den Boden bis zu Chibas Füßen.

"Auch wach?", fragte Seseragi erstaunt. "Der Professor?" "Takei-sensei geht es gut", beruhigte ihn Chiba. "Ich habe allerdings nicht gut geschlafen. Was ist mit deinem Kollegen?"

"Das ist es ja!", platzte Seseragi heraus. "Er ist nicht im Zelt."

"Mach dich nicht gleich verrückt", beruhigte ihn Chiba, obwohl er im Innersten alles andere als ruhig war. "Er könnte doch einfach in die Badehöhle gegangen sein."

"Stimmt", sagte Seseragi erleichtert. "Aber ich will lieber warten bis er zurückkommt. Irgendwie habe ich ein ungutes Gefühl. Erst diese Albträume..." Er griff sich an die Brust und schob den Anhänger unter seinen Pullover zurück.

"Was denn für Albträume?", fragte Chiba gespannt, äußerlich ganz der interessierte Mediziner. In raschen Worten beschrieb Seseragi das, was er gesehen hatte. *Es ist wie ich dachte*, ging es Chiba durch den Kopf, *sie greift nach ihnen. Es ist kein Zufall, dass die beiden hier sind.*

"Das ist sehr ungewöhnlich", sagte er laut, "und sie sind sicher, dass diese Schwärze keine Verlockung sondern eine Bedrohung darstellt?"

Seseragi zögerte. "Irgendwie scheint sie beides zu sein. Aber die Bedrohung ist stärker. Es ist mehr so, als würde ich alles verlieren, wenn ich sie zu nahe an mich heranlasse. Was immer sie mir dafür gibt, es kann nicht besser sein, als das was ich verloren habe."

"Ist dir etwas Ähnliches schon mal passiert?", bohrte Chiba weiter. *Vielleicht besteht noch Hoffnung. Wenn sie keinen Anker findet in dieser Welt, wird sie vielleicht von selbst verschwinden.* Er zog die Hand vom Kommunikator zurück. Er konnte noch etwas warten.

Der Befragte zuckte die Schultern. "Ich bin mir nicht sicher... Irgendwas ist da, ein Gefühl, das schon mal erlebt zu haben. Aber das kann kaum sein, immerhin bin ich das erste Mal hier am Nordpol." *Da irrst du dich*, dachte Chiba, *wir drei sind nicht zum ersten Mal hier.... Ich wünschte, es wäre so.* "Lassen wir das, ich bin ja kein Psychologe", sagte er laut. "Wie wäre es, wenn wir gemeinsam schauen gehen, was Kiyoi treibt? Falls er sich verlaufen hat oder gestürzt ist..."

Dem stimmte der Botaniker erleichtert zu und sie tappten durch die Höhle zum Nebeneingang. Doch weder bei der heißen Quelle noch bei dem bewussten Örtchen war eine Spur von Kiyoi. Als sie wieder in die große Höhle traten, war Seseragi so ins Grübeln vertieft, dass er eine feuchte Stelle übersah. Der Lichtstrahl seiner Lampe beschrieb eine Bogen nach oben und er wäre bestimmt unglücklich gestürzt, hätte ihn Chiba nicht reaktionsschnell aufgefangen. Die Lampe entglitt Seseragi und schlitterte ein paar Meter in die Höhle hinein bis sie an ein Hindernis stieß. Chiba achtete nicht darauf, er hatte genug damit zu tun, Seseragi auf die Beine zu helfen. Eine Hand hob die Lampe auf und der Strahl fiel auf die beiden Männer, die sich aneinander zu klammern schienen.

"Aha...!" Die Stimme Kiyois war scharf wie ein Henkersbeil. "Du hängst dich gleich an den nächstbesten, auch wenn er eine Freundin hat." Die kalten blauen Augen schienen aus eigener Kraft zu leuchten. Erschrocken fuhren die zwei auseinander. "Mach dich nicht lächerlich Kiyoi", sagte Chiba gepresst. "Seseragi ist nur gestolpert, das ist alles. Könntest du bitte aufhören, uns zu blenden?"

"Mir machst du nichts mehr vor, Chiba", sagte die grausame Stimme des Weißhaarigen. Obwohl er nicht lauter sprach als vorher, schien seine Stimme irgendwie die ganze Höhle zu füllen. "Ich wollte nur ein paar Taschentücher aus dem Rucksack holen, die ich drin vergessen hatte. Kaum komme ich zurück, hat sich Seseragi schon zu dir geschlichen. Oder hast du ihn etwa geholt?"

Obwohl beide Männer heftigst den Kopf schüttelten, nickte Kiyoi sich seiner Schlussfolgerung sicher. Es war einfach und besser, seinen Hass auf diesen Chiba zu richten. Ihn zu beschuldigen tat nicht so weh wie der Gedanke von Seseragi hintergangen worden zu sein. Eine leise Stimme in seinem Hinterkopf wies ihn zwar darauf hin, dass die leidenschaftliche Szene am Flughafen bestimmt nicht gestellt gewesen war, aber die ganze dumpfe Grübelei hatte sein Herz verfinstert.

Einzig Chiba merkte, wie sich von Süden etwas näherte. Ja, sie kam, sie spürte, dass es hier ein Herz gab, das sie willkommen heißen würde, weil es verletzt und gekränkt war. Er musste rasch handeln, oder es würde zu spät sein. Mit raschen Schritten ging er auf Kiyoi zu. "Das ist alles Unsinn, ihr zwei gehört doch zusammen, weshalb soll ich mich da dazwischen drängen wollen?" Sein Lachen klang sogar echt. "Ich mache mir nichts aus Männern. Ich habe meinen Engel gefunden und sie heißt Usagi."

Fast schien es, als würden seine Worte Kiyois gefrorenes Herz erreichen, doch zuviel war schief gelaufen in diesem Leben, in dieser Inkarnation. Auf einmal waren sie da, die Bilder, die Kiyoi sonst immer erfolgreich verdrängte.

Zurückgewiesen von seiner Mutter, die sich kaum je im Kinderzimmer hatte blicken lassen und alles dem Kindermädchen überließ, um sich um ihre zahlreichen Liebhaber zu kümmern, zurückgewiesen vom Kindermädchen, das lieber den Chauffeur heiratete und eigene Kinder bekam, zurückgewiesen von seinem ersten Hauslehrer, den er verehrt hatte, und der zu einer besser bezahlenden Familie wechselte zurückgewiesen von dem angeblich besten Freund im Internat, der lieber einer Clique aus besonders einflussreichen Familien angehören wollte, als mit dem Einzelgänger Seseragi rumzuhängen, zurückgewiesen von all den Mädchen, denen er zu gefühlskalt war oder die reichere Verehrer fanden, Eine jede Zurückweisung hatte eine Tür in ihm zugeschlagen, hatte sein Innerstes leerer und einsamer gemacht, hatte ihn mehr und mehr Schutzwälle aus Kälte und Snobismus aufziehen lassen, hinter die niemand blicken sollte.

Und dann, endlich hatte er den gefunden, der all diese Wälle niederriss, derjenige, der diese Kälte mit seiner Wärme hätte vertreiben können und wiederum war er zurückgewiesen worden. Die Schutzwälle hielten nicht mehr, der Schmerz war zu groß, zu leicht war es zu glauben, dass auch dieses Mal nur Einsamkeit zurückbleiben würde. Eine Einsamkeit, welche tiefer schmerzen würde als jede zuvor... Doch da weder Chiba noch Seseragi diese Einzelheiten aus Kiyois Leben kannten und Seseragi selber viel zu unsicher war, um sich selbst eine derartige Macht über Kiyoi zuzutrauen, reagierten sie nicht rechtzeitig.

Auf einmal fuhr ein Wind durch die Höhle, der aus Eis und Feuer gleichzeitig zu bestehen schien. Chiba fluchte leise. Er hatte zu lange gezögert. Sein Blick glitt zu Seseragi. Würde er widerstehen können? Für Kiyoi war dieser Blick der Besorgnis der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Chiba war schuld. Wenn er nicht mehr war, dann ...

*So ist es recht!*, ertönte eine dunkle, weibliche Stimme in seinem Kopf. *Lass ihn brennen deinen Hass! Öffne mir deine Seele und ich werde dir Macht schenken, Macht und Wissen, wie du dich rächen kannst!* Für ein Hirngespinst war diese Stimme zu echt und sie rief etwas wach, das keinen Widerstand zuließ. Mit einem tiefen Atemzug ließ Kiyoi die Taschenlampe fallen und schloss die Augen. Gespannt stand er da und wartete...

Auch Seseragi hörte eine Stimme. *Ich weiß, dass du wissen willst, wissen, welches Leben dich mit ihm verbindet. Ich werde dir das Wissen geben, gib du mir deine Seele!* Doch anders als Kiyoi schluckte Seseragi heftig und schüttelte den Kopf. *Ich will nicht!*, dachte er mit aller Kraft. *Ich will mich nicht verlieren!* *Du Dummkopf!*, spottete die Stimme, *Glaubst du wirklich, du kannst widerstehen?*

Der junge Mediziner verfolgte gespannt das innere Ringen der beiden. Er spürte, dass Kiyoi verloren war, verloren an sein altes Ich. Seseragi wehrte sich zwar, aber ...

Entschlossen griff er nach dem Kommunikator, bereit Sailormoon zu rufen, solange er noch die Zeit dazu hatte.

"Was geht hier vor?", fragte eine verschlafene Stimme und der Professor krabbelte aus dem Zelt. Da er seine Brille nicht trug, sah er nur verschwommen, aber da Chiba genau in seinem Blickfeld war, ließ dieser mit einem unterdrückten Fluch den Arm sinken und ging auf den Professor zu. "Nichts Besonders, gehen Sie wieder schlafen..."

Da seine Aufmerksamkeit dem alten Mann galt, bekam er nicht mit, wie sich plötzlich hinter Kiyoi eine Schwärze manifestierte, die alles Licht zu verschlingen schien. Sie streckte einen Arm nach Seseragi aus, der wie erstarrt dastand und sich nicht rühren konnte. Der schwarze Arm formte eine menschliche Hand mit langen, schlanken Krallenfingern, die sich durch Seseragis Stirn bohrten. Eine zweite Krallenhand tat dasselbe mit Kiyoi. Erschrockene Schrei Seseragis machte Chibas Versuche, den Professor aus der Schusslinie zu bekommen, zunichte.

"Um Himmels willen!" Takei sprang auf die Beine und lief auf die beiden Botaniker zu. "Was ist das, geh weg, lass meine Assistenten in Ruhe!"

In diesem Moment erwachte das Wissen um ihr Vorleben in beiden gleichzeitig. Ihre Kleidung verschwamm und bildete sich neu, sie trugen wieder die alten Uniformen der Generäle des Königreichs des Dunkeln und sie kannten wieder ihre alten Namen.

"Kunzite, du bist es!", Zoisite lachte und streckte die Arme aus. "Mein Kunzite!" Die weißen Haare waren mit der Veränderung der Kleindung gewachsen und wehten in dem kalten, finstern Wind, der von der Entität hinter seinem Rücken ausging. "Zoisite, du also warst es, die ganze Zeit", sagte er, doch von Freude war in seiner Stimme keine Spur. Etwas verwirrt senkte Zoisite die Arme. "Freust du dich nicht, mich wieder zu sehen?"

"Warum sollte ich? Du bist das letzte Mal entsorgt worden, weil du versagt hast." "Entsorgt?", Zoisite trat einen Schritt zurück. "Wie kannst du das nur so kalt sagen. Wir lieben uns doch!"

"Vielleicht einmal. Doch das ist vorbei. Wenn du effektiv bist, werden wir dir einen Rang unter uns einräumen. Sonst werden wir die Entsorgung wiederholen." Die schwarze, gestaltlose Masse hatte sich wie ein Mantel über ihn gelegt und seine Augen waren leer und tot wie Glasmurmeln.

"Es hat keinen Sinn, Professor!", Chiba versuchte, den alten Mann zum Zelt zurückzuzerren. "Die beiden leiden an einer besonderen Persönlichkeitsstörung, das kann sehr gefährlich werden. Bitte überlassen sie da mir!"

"Eine Störung bist höchstens du!", fauchte Kunzite und für einen Moment hatten seine Augen einen lebendigen Schimmer, auch wenn darin die alte Wut verborgen war.

*Gut so!* Dieses Mal konnten sie alle, auch der Professor die Stimme der Schwärze hören. *Wenn du erst getötet hast, wenn Blut an deinen Händen klebt, kannst du nicht mehr zurück.* Ein Teil der Schwärze schlang sich um Kunzites Arm und er öffnete die Hand, um sie zu umfassen. Die Schwärze wuchs zu einem Schwert, das wie polierter Onyx glänzte.

Diese Waffe war echt, war scharf und tödlich. Chiba stellte sich vor den Professor und sah zu Zoisite hinüber. Der dritte General des Königreichs des Dunkeln war noch nicht so fest in Metallias Hand (denn nur um sie konnte es sich bei dieser Schwärze handeln) wie diese glaubte. Im Moment konzentrierte sie ihre Macht auf Kunzite. "Willst du es so enden lassen?", rief Chiba laut in Zoisites Richtung. "Wenn du ihn wirklich liebst, dann denke an das, was er damit wegwirft!"

Zoisite schluckte. Noch hatte er Seseragi nicht völlig abgeschüttelt. Noch spürte er den jungen Botaniker, seine Gefühle für Kiyoi verschmolzen mit jenen von Zoisite für Kunzite. Wenn sie beide frei gewesen wären, damals am Nordpol ... "Vergiss nicht, wer dich getötet hat und wie er darunter gelitten haben muss. Vergiss den Abschied nicht. Soll alles wieder so laufen, so enden?"

Chibas Worte drangen tief. Zoisite war zu sehr in sein inneres Ringen vertieft, als dass er auf die Idee gekommen wäre, zu hinterfragen, woher zum Teufel dieser Chiba soviel wusste. Kunzite wiederum konzentrierte sich ganz auf die Vorfreude, endlich seine Wut und seinen Hass ausleben zu können, jemanden bestrafen zu können, was ihm widerfahren war. Auch in ihm war Kiyoi noch lebendig, aber nur der dunkle Teil sprach zu Kunzites altem Selbst und ließ ihn das schwarze Schwert heben.

Chiba drängte den Professor weiter zurück und fingerte nach der Rose, die er immer bei sich trug. Doch waren nicht schon damals der Stock und die Rose lächerliche Waffen gewesen? Lächerlich machtlos gegenüber dieser geballten Kraft aus Bosheit, die ihre dunklen Ranken immer tiefer in Kiyois verletzte Seele schlug und deren Finsternis bald den letzten Funken Menschlichkeit aus dem vierten und mächtigsten General vertrieben haben würde. Und damit auch seine Fähigkeit zu lieben, Zoisite zu lieben...

Dieser verfolgte ähnliche Gedankengänge, was Metallias Einfluss auf Kunzite betraf. Was würde aus seinem Geliebten werden, wenn jener sich ganz der Finsternis ergab und mit ihr verschmolz. Nein, er wollte ihn nicht an Metallia verlieren, nicht so!

"Hör auf!" Mit einem Sprung stellte er sich zwischen Kunzite und Chiba und streckte die Arme aus, um den Mediziner und den Professor zu schützen. "Das darfst du nicht tun! Sie ... sie wird dich vernichten, sie wird uns beide vernichten und alles andere!"

"Geh aus dem Weg!", zischte Kunzite und streckte den Schwertarm drohend aus. "Oder willst du zum Verräter werden? Hat es nicht schon gereicht, dass du ein Versager warst in deinem letzten Leben?" Er schwang das Schwert seitlich, so rasch, dass weder Chiba noch Zoisite etwas auszurichten vermochten. Zwar war die Klinge immer noch ein gutes Stück von Takei entfernt, aber die negative Energie, die von ihr ausging, war zuviel für den alten Mann und er brach bewusstlos zusammen.

"Professor!" Chiba fing ihn auf. Da er dafür Kunzite den Rücken zuwandte, machte dieser einen Ausfall an Zoisite vorbei, einen raschen Schritt vorwärts und .... ...bohrte die schwarze Klinge in Zoisites Brust, der sich im allerletzten Moment noch vor ihn geworfen hatte. Mit einem Ruck zog Kunzite das Schwert heraus und starrte blicklos auf die roten Tropfen, die von der Klinge auf den Boden fielen. Chiba, der gerade den Profssor behutsam auf den Boden hatten gleiten lassen, sog scharf die Luft ein. "Zoisite, warum hast du für mich..."

Zoisite, der sich noch schwankend aufrecht hielt, schenkte ihm ein halbes Lächeln. Ein Blutsfaden rann ihm aus dem Mundwinkel und unter der Hand die er auf seine Brust gepresst hatte, dehnte sich der dunkle, warme Fleck auf seiner Uniform weiter und weiter aus. "Nicht für dich!, sagte der dritte General, "aber für ihn!" Damit brach er in die Knie. "Bitte, Kunzite, ist es noch nicht genug?", fragte er flüsternd, "haben wir nicht genug gelitten, das letzte Mal?" Er hustete und ein Schwall Blut ergoss sich auf den kalten Stein. Kunzite sah auf das Schwert, sah auf Zoisite und auf das erlöschende Licht dieser stürmischen Augen. So war es auch damals gewesen. Damals, als er ihn hatte gehen lassen müssen weil er zu schwach gewesen war, sich ihr zu widersetzen. Schwach und feige. Sein Blick klärte sich und mit einem Schrei der Wut stürzte er sich auf Chiba.

"Genug!" Chibas Stimme war wie Donnerhall. Der Klang allein ließ Kunzite innehalten. Chiba war nicht mehr nur der einfache Mediziner, da war mehr... *Tut mir leid, Usagi*, dachte Chiba und löste den Kommunikator von seinem Handgelenk. *Ich werde ich rufen, sobald es getan ist. Das hier ist meine Aufgabe, denn ich bin für diese Welt hier zuständig und die Finsternis darf sie nicht verschlingen. Dieses Mal werde ich es tun, und es wird nicht zu wenig sein.*

Kaum schlug Kommunikator auf dem Boden auf, flammte eine rotgoldene Aura um Chibas schlanke Gestalt. Auch seine Kleidung verschwamm und machte der prächtigen Uniform des Prinzen Endymion Platz. Doch anders als zuvor war sein Schwert dieses Mal aus funkelndem Kristall, eisblau und glasklar.

"Duu...!" Kunzite hob sein Schwert erneut und die beiden Klingen trafen sich über dem gekrümmten Körper Zoisites. "Wann wirst du endlich lernen, für dich selbst und für andere einzutreten?", fragte ihn Endymion ruhig und parrierte einen zornigen Schlag nach dem anderen. Die gewaltige Kraft die dahinter lang wurde vom Kristall absorbiert und beim Gegenschlag zurückgeworfen. Langsam aber sicher bekam der Prinz die Oberhand und der dunkle General musste zuhören, ob er wollte oder nicht. "Natürlich ist es leichter Sailormoon die Schuld zu geben, oder mir... Aber ihr wart zuerst auf der Seite des Bösen, wir hatten keine Wahl."

"Hatten wir denn eine?", keuchte Kunzite. Er bemerkte nicht, dass viele von Edymions Hieben und Stichen gar nicht auf ihn gerichtet waren, sondern auf die Schwärze, die wie eine Klette an seinem Rücken hing und vor dem funkelnden Schwert zurückwich.

"Ihr hattet eine. Nur leider habt ihr sie vergessen." Mit einem kräftigen Hieb verschaffte sich Endymion Luft. *Das wird verdammt hart ...*, dachte er. "Es gibt eine Vergangenheit auf der Erde, eine Vergangenheit ehe Metallia erschien. Weißt du davon?". fragte er. Kunzite hielt kurz inne, mehr um kurz zu verschnaufen, als dass ihn Endymions Worte sonderlich beeindruckt hatten. Er wollte diesen Feind blutend zu seinen Füßen liegen sehen, sterben, wo jetzt Zoisite lag. Die ganze Zeit über hatte er vermieden, dem gefallenen General einen Blick zu gönnen, aus Angst, in leere, gebrochene Augen sehen zu müssen. Augen, die ihren Glanz, ihr Leben verloren hatten durch seine Schuld. Schon wieder.

*Dummheit*, zischte Metallia, die lange ruhig geblieben war, *es ist Endymion. Hätte Zoisite nicht ihn geschützt wäre er noch am Leben und an deiner Seite. Egal wer zustach, Schuld hat der Prinz!* Doch dieses Mal funktionierte die Masche nicht. *Es waren meine Hände, die das Schwert hielten... Meine Hände, die es führten ... das Blut klebt an meinen Händen. Ich will nicht mehr!* Er ging wieder auf Endymion los, dessen letzte Sätze völlig ignorierend. "Stirb!"

Der Prinz seufzte und trat zurück. Er würde es tun müssen. Leider. Hoffentlich war er stark genug. Mühelos fing er den Hieb ab, stieß zurück und wie er erwartet hatte traf er bei seinem nächsten Stoß auf keinen Widerstand. Die Klinge des Kristallschwertes fuhr durch Kunzites Brust und bohrte sich in die Finsternis dahinter.

*Jetzt oder nie!* Er schickte seine Gedanken aus, tief hinab durch das Eis, durch das Meer auf den Grund, in den Fels, noch tiefer hinab ins Herz der Erde. Sie war der Quell seiner Kraft. Bisher hatte er zwar durch sie gelitten, aber nie gewagt, ihre gewaltigen Kräfte selbst zu gebrauchen, sich davor fürchtend, dass er zu schwach sein würde, sie zu lenken. Doch die Erde hieß ihn willkommen, ließ zu, dass er ihre Kräfte an sich zog, den Faden suchte, in dem Gewebe der Macht und ... Seine Aura flammte erneut auf, heller und heißer und dieses Feuer schickte er durch den Kristall durch Kunzite ins schwarze Zentrum Metallias.

*Neiiin!" Sie wehrte sich, streckte ihre schwarzen Klauen aus. Doch seine Aura war so stark, dass diese allein an dem Licht zerbarsten. Im Kern des Bösen, im Zentrum der Dunkelheit erschienen die ersten Risse. Kunzite atmete scharf ein, überrascht, dass er zwar Wärme spürte, aber keinen Schmerz. Er sah die Macht in Endymions Augen und sah auch den Preis, den sie forderte. "Noch ein wenig!", hörte er die Stimme des Prinzen, "noch ein wenig und du bist befreit."

"Befreit vom Leben, vereint mit Zoisite, wieder einmal, auf ein neues Leben?", fragte der General und wollte nach der Klinge greifen, um sie noch tiefer in sich hineinzuziehen. Das schwarze Schwert in seiner Hand zerbröselte, löste sich auf. "Quatsch!", murmelte Endymion, bestrebt, die Kontrolle über die Kraft nicht zu verlieren, die er heraufbeschworen hatte. "Zoisite lebt noch, wenn auch nur knapp. Wenn ich mit ihr fertig bin, rufen wir jemanden, der ihn heilen kann. Halte solange durch!"

"Warum tust du das?", fragte Kunzite, welcher der Versicherung, dass diese zusammengekrümmte Gestalt in der Blutlache noch am Leben sein sollt, keinen Glauben zu schenken wagte. "Wir sind Feinde, das sind wir schon immer gewesen!"

Statt einer Antwort lächelte der Prinz nur und löste eine Hand von dem Kristallschwert, um sie auf Kunzites Schulter zu legen. "Das habe ich auch gedacht, aber es gibt eine andere Wahrheit..." Und mit einem Schlag zersprang die letzte Tür, hinter der die alten Erinnerungen schliefen, Erinnerungen, die noch älter waren als die dunklen Tage unter Beryll. Erinnerungen, die von vier jungen Generälen erzählten, welche die Leibgarde eines stürmischen, jungen Prinzen bildeten. Fünf Männer, die zusammen manches Abenteuer bestanden ... bis die vier ohne den Prinzen auf eine Höhle im Eis stießen und dort auf eine Macht trafen, der sie nichts entgegensetzen konnten. Vor allem, da sie alle eifersüchtig gewesen waren, auf die Prinzessin des Mondes, die ihnen den Prinzen entfremdet hatte, wie sie glaubten.... Ein Schatten auf ihrer Seele, den Metallia mit Berylls Hilfe zu Nutzen gewusst hatte. So waren sie zu den Generälen des Bösen geworden, verdorben, korrumpiert und ihrer Erinnerung an ihre frühere Loyalität und Freundschaft zu Endymion beraubt.

"Mein Prinz...!" Kunzites erstaunter Ausruf war die letzte Bestätigung, die Endymion brauchte. Auch ihm war noch so viel an Erinnerungen an sein früheres Leben verschlossen. Er hatte es Usagi nie gesagt, aber er wusste nicht einmal, wie seine ersten Eltern ausgesehen hatten.... Er würde wieder gut machen, dass er die vier so lange vergessen hatte. Jetzt und hier, aus eigener Kraft. Noch einmal sammelte er seine Gedanken, sog mehr von der Macht der Erde aus ihren Tiefen und sandte sie durch das Schwert. In Kunzites Augen brannten Tränen, als er sah, was Endymion gab, um ihn zu retten. Die ersten silbernen Strähnen erschienen im dichten Haarschopf des Prinzen, und feine Falten bildeten sich in den Augenwinkeln.

Da endlich brach der innere Kern Metallias und mit einem hasserfüllten Schrei löste sie sich auf. Endymion zog mit einem Ruck die Klinge aus Kunzites Brust. Die Wunde schloss sich wieder, denn dieses Schwert war keine Waffe wie jede andere. Während Endymion mit ein paar Schritten zur nächsten Wand taumelte und sich keuchend an den Felsen lehnte, rannte Kunzite zu Zoisite hinüber. Tatsächlich, die Augen, obwohl bereits trüb, waren noch nicht ohne Leben.

"Zoisite!" Er hob den Körper seines Geliebten vorsichtig an und bettete in auf seine Schoß wie schon damals. Eine Tränen fiel auf das entspannte Gesicht des sandhaarigen Generals. Dessen Augen suchten den Blick Kunzites. "...frei..." hauchte er und Kunzite nickte. "Ja, aber was ist das wert, ohne dich. Ich liebe dich, ob als Kiyoi oder als Kunzite."

"Ich ... dich auch... als Seseragi und Zoisite", kam es kaum verständlich von dem tödlich Getroffenen. "Red keinen Unsinn", etwas von der alten Skepsis, Verwundbarkeit und den Selbstzweifeln war noch immer da, "du hast nur nachgegeben als Seseragi." Da Zoisite keine Kraft mehr hatte, schüttelte er nur stumm den Kopf. "Es ist egal", sagte Kunzite rau und küsste die blassen Lippen, "es ist alles egal, wenn du gehst, was soll ich noch hier?"

"Erst mal zur Seite treten" hörte er eine helle Stimme hinter sich. Er drehte sich um und gewahrte ein junges Mädchen mit einem schwarzvioletten Haarschopf, das sich die dicken Handschuhe abstreifte. "Wer bist du und wie kommst du hierher?", fragte er verwundert, gleichzeitig drückte er den sterbenden Zoisite enger an sich, so als müsse er ihn vor dieser Fremden beschützen. "Sailormoon und die anderen haben mich mitgenommen", sagte sie und wies mit der Hand auf die fünf Mädchen, die aufgeregt um Endymion herum standen. "Er ... er hat Gewaltiges geleistet", sagte Kunzite stockend. "Aber ... dafür ist er..."

"Das werde ich noch früh genug erfahren", sagte Hotaru. "Sailormoon hat gesagt, ich soll mich um Zoisite kümmern." Sie kniete sich neben Kunzite nieder und ungeachtet seines Protestes legte sie ihre Hände auf die schreckliche Wunde auf Zoisites Brust. Ihre Hände glühten und Kunzite hielt den Atem an. Er konnte förmlich spüren, wie die heilende Kraft Zoisite im letzten Moment von der Schwelle des Todes zurückriss und ihm neues Leben schenkte. Hotaru kam ganz schön ins Schwitzen, denn so eine grausige Verwundung hatte sie bisher noch nie heilen müssen.

"Nimm von mir!", sagte Kunzite rau, als er spürte, wie sehr sich die Heilerin für Zoisite verausgabte. "Wenn du ihm von meiner Kraft gibst, kostet es dich nicht soviel." "Danke!" Hotaru meinte es auch so. Sie nahm etwas von Kunzites Kraft und übertrug es auf Zoiste. Das verlorene Blut wurde ersetzt, die Wunde schloss sich. Zoisite schlug die Augen auf. "Bin ich ...?", fragte er verwundert und ließ sich von Kunzite aufhelfen. "Ja, du bist geheilt, du sturer Dummkopf!", sagte Kunzite. "Dann war alles was du mir gesagt hast, kein Traum?", bohrte der sandhaarige General nach. Als er die leichte Röte sah, die sich auf Kunzites Wangen ausbreitete, umfasste Zoisite mit beiden Händen das Gesicht des Weißhaarigen und küsste ihn wie er es sich immer erträumt hatte. Glücklich schloss Kunzite die Augen. Diese Leidenschaft, er hatte es also nicht nur geträumt, alle seine Ängste, seine Bedenken ... die Hitze des Kusses spülte sie hinweg und er schlang seinerseits die Arme um Zoisites Schultern.

Hotaru sah das vereinte Paar und lächelte. Der Professor brauchte Gottseidank keine große Heilung, aber sie gab ihm dennoch etwas von ihrer Kraft. Wie es schien würde er noch eine Weile schlafen, ehe er die Wirkung der Negativaura Metallias völlig überwunden hatte.

Erst dann ging sie zu Endymion hinüber und bei seinem Anblick gefror ihr fast das Herz. "Mamoru...", hauchte sie entsetzt.

Er zog eine Grimasse. "Nicht auch noch du. Ich weiß, dass ich zwanzig Jahre gealtert bin, aber ..." "...aber du warst zu stur, uns früh genug zu holen, weil du ja unbedingt beweisen musstest, dass du gleich viel wert bist wie deine zukünftige Königin", brachte Mars die Sache auf den Punkt. Ihm blieb nichts Anderes übrig als betreten den Kopf zu senken und zu nicken.

"Du bist ein echter Dummkopf", sagte Sailormoon mit Tränen in den Augen, "glaubst du, dass du mich so glücklich machen kannst, wenn du Kopf und Kragen riskierst - allein?" Sie schlang die Arme um ihn und küsste ihn heftig. "Es ist mir egal wie alt du bist, ich liebe dich, aber ich will an deiner Seite sein", murmelte sie, nachdem sie wieder zu Atem gekommen war.

"Es tut mir leid", sagte er und zog sie erneut an sich. "Ich bin ein ziemlicher Versager als dein zukünftiger Ehemann." "Dann bessere dich!", sagte sie und ließ es zu, dass er sie erneut küsste. Sie konnte seine Verzweiflung spüren, seine Angst durch seine eigenwillige Aktion viele Jahre eines glücklichen Lebens verloren zu haben, Jahre mit ihr, mit ihrer beider Tochter.

Sie schloss die Augen und wurde zu Serenity. Der Kristall, der immer ein Teil von ihr gewesen war, erhörte ihre Bitte und sein sanftes Licht hüllte sie beide ein. Als es erblasste war Endymion wieder jung. Endymion, der das Wunder begriff, das seine Prinzessin ihm geschenkt hatte, hatte er eine Weile nur Augen für sie und die beiden versanken in ihrer eigenen Welt.

Kunzite und Zoisite standen etwas im Hintergrund, Arm in Arm und unsicher, ob sie sich dem königlichen Paar nähern sollten.

Erst als Jupiter sich deutlich räusperte, fuhren Endymion und Serenity auseinander. Der Prinz winkte die beiden Generäle heran. "Habt ihr überlegt, was ihr machen wollt? Ich habe ein normales Leben auf der Erde und bin im Moment sehr glücklich damit. Die Zeit für einen Prinzen Endymion oder gar einen König ist noch nicht gekommen."

"Auch wir", sagte Zoisite und zupfte an einer Haarsträhne wie er es gern tat, wenn er nervös war, "würden gerne unser neues Leben zurück haben. Als Botaniker hatten wir sehr viel Spaß." Ein Funkeln in Kunzites Augen zeigte, an welchen Spaß er bei diesem Satz dachte und Zoisite wurde kurz rot.

Endymion und Serenity wurden wieder zu Chiba und Sailormoon. "Es gibt keinen Grund, warum ihr nicht auch ein zufriedenes Leben als Seseragi und Kiyoi haben könnt, so wie ich als Chiba", sagte der junge Mediziner. Kunzite und Zoisite sahen sich an, konzentrierten sich und verwandelten sich zurück. "Irgendwie fühle ich mich so viel wohler", sagte Kiyoi und fuhr sich durch sein kurzes Haar. "Dieses neue Leben ist irgendwie wirklicher als die beiden zuvor."

"Weil es für das hier und heute gemacht ist", sagte Sailormoon. "Ich und die Kriegerinnen, wir lassen euch allein. Unsere Arbeit ist getan."

"Welche Arbeit?", fragte Venus und seufzte, "da trainieren wir wie die Irren tagelang und am Ende macht Mamoru die ganze Arbeit."

"Ich habe mich doch schon entschuldigt", sagte dieser grinsend. Dann wurde er jedoch rasch wieder ernst. "Das wird nicht die letzte Schlacht gewesen sein."

"Das ist es nie!", sagte Sailormoon und sie klang dabei ganz ruhig, nicht jammernd, nicht protestierend. "Es wird Schlachten geben, solange wir leben. Aber das macht nichts, denn wir werden jedes Mal gewinnen!" Die optimistische Art wie sie es sagte brachte die anderen vier zum Lachen. Zusammen mit Hotaru sprangen sie per Sailortransport zurück nach Tokio.

Währenddessen betteten die drei Männer in der Höhle den noch immer schlafenden Professor in seinen Schlafsack, was nicht ganz leicht war, aber er wachte dennoch nicht auf.

Chiba zog sich auch in das Zelt zurück und ließ die beiden allein.

"Die Nacht ist noch nicht zu Ende", sagte Kiyoi und strich eine Strähne aus Seseragis Gesicht. Dieser sah zu ihm auf und alle Liebe und alles Vertrauen lagen in diesem Blick. Und auch Leidenschaft, Sehnsucht, aber auch Bedauern. "Schlafsäcke sind nicht der beste Platz..." , murmelte Seseragi. "Da hast du recht", grinste Kiyoi. "Also erst morgen nacht, wenn wir wieder in der Hütte sind. Es ist schon so lange her ... ich habe es fast vergessen." Seseragi stellte sich mutig auf die Zehenspitzen und küsste Kiyoi verheißungsvoll. "Ich auch", murmelte er, leicht benommen von dem Sturm der Gefühle, seiner eigenen wie auch jener von Kiyoi, die er deutlich spüren konnte, "aber wir haben ein ganzes neues Leben lang Zeit, es wieder zu erfahren." Ihre Lippen trafen sich erneut und besiegelten ihr Versprechen für eine gemeinsame Zukunft.

Ende


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Disclaimer: Sailormoon is the property of Takeuchi Naoko, Kodansha and Toei Animation. All characters, settings etc. are used without permission. This is an amateur fiction, and I definitely won't make any money of it.


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