Bis in alle Ewigkeit...

© 1999 by WhiteAngel


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In seinem Kopf hallte es nur noch: "Kunzite, halt mich..." Doch vor seinen Augen verschwamm Kunzites Gesicht bereits und floß in die Blumenpracht um sie herum. Dunkelheit packte ihn, und mit letzter Kraft drückte er sich noch enger an seinen Geliebten. Der Anblick seines Gesichtes sollte das letzte sein, was er aus dieser Welt voll Qual mitnahm, wohin auch immer er nun gehen mochte, Himmel oder Hölle...

"Kunzite..."

Schließe mir die Augen beide
mit den lieben Händen zu!
Geht doch alles, was ich leide,
unter Deiner Hand zur Ruh.
Und wie leise sich der Schmerz
Well um Welle schlafen leget,
wie der letzte Schlag sich reget,
füllest Du mein ganzes Herz.

(Theodor Storm)

* * *

Leere...eine unsagbare Leere, die ihn zu verschlingen drohte. Er konnte nicht fassen, was passiert war.

"Zoisite..." immer wieder hallten die Worte durch seinen Kopf...Wie konnte es sein...Er zog ihn noch näher an sich.

"Ich bin glücklich unter deinen Augen zu sterben...".

Wie hatte er es zulassen können. Er hatte nichts getan, nichts, was wirklich hätte helfen können. Der Verlust von Zoisite war wie ein Strudel, der ihn tiefer und tiefer ins Nichts riß. Wie sollte er weitermachen, ohne das Lächeln, die Augen, die Stimme...ohne ihn?

"Würdest du mir einen letzten Wunsch erfüllen?"

Er hatte immer auf Zoisite geachtet, hatte immer irgendwie versucht ihn zu schützen, und ihm Geborgenheit zu bieten, in dieser Welt, die so grausam war. Und wenn er ihn in seinen Armen gehalten hatte, war ihm bewußt geworden, daß es da noch etwas anderes gegeben haben mußte. In ihm schlummerte etwas, und er meinte in solchen Augenblicken, daß es unterdrückt wurde. Von wem, von was? Und er betrachtete Zoisite, während er schlief, und wußte, daß auch in ihm etwas geschlummert hatte.

"...Ich möchte in Schönheit sterben..."

Ein Leben in Schönheit war niemals wahr geworden für ihn. Es war nicht fair. Warum hatte er nur tatenlos dabeigestanden, als Beryl ihn umbrachte? Er wußte warum. Tief in seinem Innern wußte er, daß dort, wo Zoisite jetzt war, alles besser sein würde. Dort konnte er glücklich sein, was er hier niemals wirklich war.

"Ich möchte, daß du eines weißt: Ich habe dich immer geliebt."

Er kämpfte gegen den Schmerz, und die Tränen, die in ihm aufkamen, doch er verlor diesen Kampf. Eine Träne rollte über seine Wange und fiel in Zoisites Haar. Er drückte ihn enger an sich, und vermißte seine Umarmung. Das Bild kam ihm in den Sinn, auf dem sich Zoisite an ihn schmiegte und er seine Hand um seine Schultern gelegt hatte. Er hatte immer gewußt, daß Zoisite ihn liebte, doch bis heute hatte er nicht gewußt, wieviel Zoisite ihm selbst bedeutet hatte, nein, wieviel er ihm immer bedeuten würde. Ihm fiel ein Ausspruch ein, den er einmal gehört hatte:

"Er wußte jetzt, daß er ein Herz hatte, da er spürte, wie es zerbrach..."

* * *

Ich dreh mich nochmal um, die Tür ist fast zu,


aber ohne dich zu sehen weiß ich niemand ist wie du,
ich werd dich schrecklich vermissen...

Was wir beide erlebten, bleibt für ewig und immer,


doch es macht es mir nicht leichter, sondern nur viel schlimmer...
Du bist wie niemand anders jemals vor dir war,
und du gibst alles für mich und ich bin immer für dich da,
denn so bist du, nur du...

Und wenn ich geh, dann geht nur ein Teil von mir,


und gehst du, bleibt deine Wärme hier.
Und wenn ich schlaf, dann schläft nur ein Teil von mir
und der andre träumt mit dir.

Ich sehe deine Hand in meiner Hand


und nichts könnte schöner sein.
So denk ich an dich und an den Sommer mit dir,
an die Stunden zwischen Blumen,
bitte glaube mir.

Die Zeit mit dir war wie ein Meer in Flammen.


Jetzt geh ich weit von dir und trotzdem bleiben wir zusammen.
Du bist wie niemand anders jemals vor dir war,
und du gibst alles für mich und ich bin immer für dich da,
denn so bist du, nur du...

Und wenn ich geh, dann geht nur ein Teil von mir,


und gehst du, bleibt deine Wärme hier.
Und wenn ich schlaf, dann schläft nur ein Teil von mir
und der andere träumt mit dir.

Und wenn ich sterb, dann stirbt nur ein Teil von mir,


und stirbst du, bleibt deine Liebe hier.
Und wenn ich wein, dann weint nur ein Teil von mir,
und der andre lacht mir dir...

* * *

Kunzite betrachtete den dunklen Himmel im Königreich des Dunkeln. Alles, was in ihm gelebt hatte, war nun tot. Zoisite war der einzige Grund gewesen zu leben, doch das wußte er erst, seit er tot war, und er ihn nicht mehr hier bei sich hatte.

Er meinte immer, daß jeden Moment die Türe aufgehen sollte und Zoisite in seine Arme laufen würde. Zoisites Umarmungen, seine Küsse, der Duft seines Haares, die Art, wie er sich bewegte. Das alles hatte ihm jeden Tag aufs neue Mut gegeben, doch nun war er allein. Sein Herz krampfte sich zusammen, und es war ihm plötzlich, als würde ihn die Dunkelheit um ihn herum und die, die er in sich verspürte, verschlingen ...

"Würdest du mir einen letzten Wunsch erfüllen..."

Wie Dir geschah, so soll auch mir geschehen,
nur wo Du hinkamst, will auch ich hingehn:
Ich will ins Licht nur, wirst im Licht Du sein,
bist Du in Nacht, so will ich in die Nacht,
bist Du in Pein, so will ich in die Pein.
Von Dir getrennt hab ich mich nie gedacht,
zu Dir, zu Dir will ich allein, allein!

(J. Kerner)

- Ende -


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