Goodbye My Love

© 1999 by WhiteAngel


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Dein Zauber brach da blaue Flüge wehten
Von grabesgrünen und von sicherem Heile
Nun laß mich kurz noch da ich bald enteile
Vor dir wie vor dem großen Schmerze beten.

Zu raschem Abschied mußt du dich bequemen
Denn auf dem Weiher barst die starre Rinde
Mir däucht es daß ich morgen Knospen finde
Ins Frühjahr darf ich dich nicht mit mir nehmen.

(Stefan George)


Neflite löste sich auf, und er konnte immer noch sehen, wie Naru versuchte, ihn festzuhalten. Er wollte ihr sagen, daß es so und nicht anders gehörte, daß er ihre Liebe nicht verdient hatte, doch es ging nicht mehr. Er starb und alles war vorbei. Es war zu spät, um seine Fehler wieder gut zu machen.

Er stieg auf in den Himmel, löste sich aus Narus Umarmung, ohne daß er es wollte. Er blickte nun auf das verzweifelt weinende Mädchen hinunter, das immer wieder seinen Namen rief.

Was hatte dieses Mädchen mit ihm und mit seinen Gefühlen getan? Er dachte immer, es wäre richtig, für das Königreich des Dunkeln zu arbeiten, doch das war jetzt anders. Es tat ihm leid, daß er so vielen Menschen Kummer gebracht hatte. Naru hatte ein Licht in seine dunkle Seele gebracht, das ihn nun erhellte, doch es konnte nur noch Minuten dauern, bis er sich völlig aufgelöst hatte, und das Licht nutzlos wurde. Was würde dann kommen? Wäre dann alles aus? Er würde Naru niemals vergessen. Sein Herz gehörte ihr genauso wie seine Seele. Sie hatte an ihn geglaubt, sie hatte das Böse nicht einfach akzeptiert, wie die anderen Sailors. Und er konnte sich an eine Zeit erinnern, in der dieses Licht schon einmal in ihm gebrannt hatte. Vergangenheit oder Zukunft...warum darüber nachdenken.

Doch auch der Schmerz brannte in ihm. Der Schmerz, Naru verlassen zu müssen. Sie in Trauer und Leid zurücklassen zu müssen. Mit letzter Kraft konzentrierte er sich auf die Macht der Sterne, und ein Edelstein fiel in seine schon fast durchsichtige Hand. Er hing an einer silbernen Kette und funkelte mit den Sternen um die Wette. Er betrachtete das Schmuckstück eine Weile und strich über die glatte Oberfläche. Dann führte er es zu seinen Lippen und berührte es sanft. Er wollte ihr etwas hinterlassen, das seine Zuneigung und Liebe zu ihr ausdrückte. Er hatte ihr nicht mehr sagen können, wieviel sie ihm bedeutete, doch er hatte das sichere Gefühl, daß sie es auch so wußte. Sie hatte ja auch bemerkt, als er sie vorhin noch angelogen hatte.

Vorhin...ja, da hatten sie noch unter dem Baum gesessen und gelacht. Das war ein seltsames Gefühl gewesen, und er konnte einfach nicht anders. Es war eine Erleichterung gewesen, die man nicht beschreiben konnte. Ihre Augen anzusehen, ihr Lächeln - es war, als wäre eine meterdicke Mauer, die um sein Innerstes gelegen hatte, zusammengebrochen.

Er hatte Naru ausgenutzt, er hatte sie für die dunklen Pläne des Königreichs des Dunkeln, für seine dunklen Pläne mißbraucht, und obwohl sie gewußt hatte, daß er böse war, hatte sie ihn geliebt. War das Schicksal? Und wenn ja, warum mußte es so grausam zu Naru sein? Er verdiente es, doch für Naru wünschte er sich nur, daß sie glücklich wurde.

Er mußte seine Gefühle noch loswerden. Also konzentrierte er sich noch einmal und verfaßte in Gedanken einen Brief, den er materialisierte und schließlich in die Welt der Menschen teleportierte.

Schwärze, unsagbare Dunkelheit, drohte ihn zu ergreifen, und er bemerkte, wie seine Sinne schwanden. Er blickte noch einmal zu Naru, die bitterlich weinte, und seine letzten Gedanken waren: "Naru, ich liebe dich...Es tut mir so leid..."

Dann ergab er sich der unnachgiebigen Dunkelheit und sank in einen Schlaf, der unendlich war...

Mit frohem Grauen haben wir im späten
Mondabend oft denselben Weg begonnen
Als ob von feuchten Blüten ganz beronnen
Wir in den alten Wald der Sage träten.

Du führtest mich zu den verwunschnen Talen
Von nackter Helle und von blassen Düften
Und zeigtest mir von weitem, wo aus Grüften
Die trübe Liebe wächst im Reich der Qualen

(Stefan George)

* * *

Narus Inneres war in Aufruhr. Alles in ihr schien zu schreien, und sie kapitulierte vor diesem Schmerz, der von dem Stachel in ihrem Herzen ausging, der sich tiefer und tiefer bohrte. Sie wußte, daß dieser Stachel ewig bleiben würde und bei jeder Erinnerung an diese Stunden wieder schmerzen würde.

Er war nicht böse. Er hatte sie gerettet, hatte mit ihr gelacht, und wollte mit ihr Eis essen gehen. Das hatte er nicht verdient...

Sie sah auf, und erblickte die Sailorkriegerinnen, die Tränen in den Augen hatten und sie traurig anblickten. Mit verzweifelter Stimme fragte sie die drei immer wieder: "Warum?"

Doch Naru wußte, daß es niemals eine Antwort auf diese Frage geben würde. Sie ergriff die Armbinde, die vor einigen Minuten noch seine blutende Wunde verbunden hatte und nun schmutzig und blutbeschmiert auf der Erde lag. Tränen fielen auf das Gras unter ihr, und sie konnte einfach nicht fassen, daß jetzt alles aus sein sollte.

Der Schmerz übermannte sie völlig, und in sich spürte sie nur noch Dunkelheit. Eine große Leere, von der sie wußte, daß sie niemals wieder völlig verschwinden würde... Dunkelheit. Sie fühlte sich plötzlich schwach, und es war ihr nicht mehr möglich einen klaren Gedanken zu fassen, und die Finsternis hüllte sie ein. Es gab kein Entrinnen. Das letzte, an das sie dachte, war:

"Neflite, wie soll ich ohne dich leben können... Neflite, nimm mich mit dir..." Dann sank sie in sich zusammen.

Dies Leid und diese Last: Zu bannen
Was nah erst war und mein.
Vergebliches die Arme spannen
Nach dem was nur mehr Schein.

Dies Heilungslose sich betäuben
Mit eitlem nein und kein
Dies unbegründete sich sträuben
Dies unabwendbar-sein.

Beklemmendes Gefühl der Schwere
Auf müd gewordner Pein
Dann dieses dumpfe Weh der Leere.
Oh dies: Mit mir allein!

(Stefan George)

* * *

Am nächsten Abend kehrte Naru zurück an den Ort, der für sie der Inbegriff von Schmerz und Trauer war...

Naru stand im Park. War es wirklich geschehen? War Neflite hier an diesem Ort in ihren Armen gestorben? Tränen stiegen in ihr auf. Schmerz wallte in ihr hoch. Wie sollte es weitergehen? Was sollte sie nur tun, ohne ihn? Als er noch am Leben und böse war, da war die Hoffnung, die sie weitermachen ließ, doch nun... Sie ging zu dem Baum, unter dem sie ihm die Wunde verbunden hatte, unter dem sie für einige Minuten mit ihm glücklich gewesen war. Sie streckte ihre Hand aus, und berührte den Stamm. Sie dachte an Neflites Augen, die sie anlachten, doch plötzlich veränderten sie sich und in ihnen stand Schmerz. Schmerz, der nicht nur von der Tatsache herrührte, daß er starb, sondern auch von einem Schmerz in seinem Innern, und sie hörte seine Worte, als er sie ansah, und sagte: "Es tut mir so leid, Naru..."

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter, und sie wirbelte erschreckt herum. Hinter ihr stand Bunny, die sie traurig ansah. Alles wurde ihr in diesem Augenblick klar, und sie sagt nur:

"Du bist Sailor Moon, nicht?" Wie sonst sollte Bunny wissen, was passiert war. Bunny nickte nur, und sah dann Naru an, der Tränen über die Wangen liefen. Naru hatte den Menschen verloren, den sie auf der Welt am meisten liebte, und Sailor Moon hatte es nicht verhindern können...

"Naru, es tut mir so leid, daß ich es nicht verhindern konnte. Das werde ich mir niemals verzeihen können." Naru sah sie nur mit unsagbarem Schmerz an, und sagte:

"Er war nicht böse...er war nicht..." Sie konnte nicht mehr sprechen, und brach in Tränen aus. Bunny nahm sie in die Arme und sagte leise:

"Ich weiß. Deshalb werde ich es mir niemals verzeihen. Er wird immer bei dir sein. Seine Liebe wird dich immer beschützen, was auch passiert." Naru beruhigte sich etwas, und trennte sich von Bunny. Der Ort, an dem gestern Nacht der Kampf stattgefunden hatte, war noch deutlich zu erkennen. Ausgerissenes Gras lag dort, und die Erde war aufgewühlt. Sie kniete an dem Ort nieder. Sie hörte Bunnys Stimme, die sagte:

"Das habe ich gestern gefunden. Ich glaube, es ist für dich..." Dann gab sie Naru einen Brief und ein kleines Schmuckkästchen

Naru sah sie fragend an.

"Es ist gestern vom Himmel gefallen..." Mit diesen Worten ließ sie ihre Freundin allein, denn sie wußte, von wem der Brief war...

* * *

Naru betrachtete eine Weile schweigend den Brief. Er war von Neflite. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, und ihre Hände zitterten, als sie zuerst das Kästchen öffnete. Ihre Augen wurden groß, denn darin lag eine Halskette, mit einem Diamanten, der in allen Farben des Regenbogens glitzerte. Sie stellte das Kästchen vor sich ins Gras und öffnete dann vorsichtig den Umschlag des Briefs.


Geliebte Naru,

Ich weiß nicht, wo ich sein werde, wenn du diese Zeilen liest, doch ich weiß, daß ich weit fort sein werde.

Es tut mir alles so leid, doch am meisten bedauere ich, daß ich nicht der Mann sein kann, der im Leben bei dir sein wird, daß ich dich in Schmerz und Trauer zurücklassen muß. Es hat mir fast das Herz zerrissen, dich so bitterlich weinen zu sehen, denn ich weiß, daß ich deine Liebe nicht verdient habe, und auch nicht deine Tränen.

Ich habe dich ausgenutzt, und dich für meine dunklen Pläne mißbraucht, doch du hast mich trotz allem geliebt, und hättest sogar dein Leben für mich gelassen. Deine Liebe war es, die mir zeigte, daß das, was ich tat, falsch war. Du zeigtest mir, was Liebe sein kann...was Liebe bewirken kann. Doch es ist zu spät.

Ich muß dir aber noch sagen, daß ich dich ebenso sehr liebe, wie du mich. Vielleicht habe ich das schon vom ersten Augenblick an getan...

Wenn ich sagen würde, daß ich möchte, daß du mich vergißt, dann wäre das eine Lüge. Doch ich möchte dich nicht mehr belügen, und so trage den Sternenkristall ab und zu. Vielleicht denkst du ja dann einmal an den Mann, denn du mit deiner Liebe gerettet hast. Ja, Naru: Deine Zuneigung hat mich gerettet. Mit deinem Lachen, deinen strahlenden Augen hast du meine dunkle Seele erhellt und mich gerettet.

Wenn ich nun sage, daß es so das beste war, dann wirst du mir das nicht glauben, doch es ist so. Ich habe weder dich, noch deine Liebe verdient. Du mußt dein Leben leben. Eines Tages kommt ein anderer, der deine Liebe verdient, und der dir ein würdigerer Begleiter sein wird als ich.

Zum Schluß möchte ich, daß du weißt, daß ich immer bei dir sein werde. Naru, du bist diejenige, der mein Herz gehört und immer gehören wird.

In Liebe,

Neflite

* * *

What if I said you had to leave me


Would you believe it was you I was thinking of
What If I said you had to fly free
Would you believe it was so you'd be better off

What if I told you I'm ready


What if I told you I'm prepared to make that sacrifice
Would you believe it was the best I could do
Well maybe not, but it's true
'cause I would even die for you

If I told you that I've loved you from that first sight


Would you believe me for I swear I tell no lie
What if I told you that just last night
I made my mind up and I promised not to cry

'cos baby Baby now I'm ready


And when you said my eyes were beautiful
That's 'cause they were looking at you
Goodbye my love just do what you do

So now my love I have to leave you


For once my words have to replace your tender love
That always paints my sky in clear blue
To try and paint this final portrait of my love

(Espen Lind)

* * *

Narus Wangen waren tränenüberströmt. Die Worte drückten eine Traurigkeit aus, und sie sehnte sich danach, ihm ganz nahe zu sein. Ihn umarmen und küssen zu können, ihm zu helfen, ein Mensch zu werden. Es war zu spät. Alles war aus. Niemals würde sie seine Küsse spüren können. Sie griff nach dem Sternenkristall, und sah ihn an. Dann schloß sie ihn in ihrer Hand ein, drückte ihn an ihr Herz, während sie die Augen geschlossen hatte. Und plötzlich war sie in einer anderen Welt.

Einer Welt, die hell und freundlich war. Neflite tauchte wie aus dem nichts vor ihr auf, und streckte ihr seine Hand entgegen, nach der sie griff. Er zog sie zu sich. Sein Gesicht war weich und freundlich, in seinen Augen stand stille Trauer, doch er lächelte sie an...Sie umarmten und küssten sich, und alles war für diesen Moment gut. Sie öffnete die Augen, und sah, wie der Sternenkristall zu leuchten begann. In diesem hellen Schein sah sie Neflites lachende Augen, und plötzlich wußte sie, daß sie sich in einer besseren Welt wiedersehen würde. Irgendwann, in der Zukunft oder in der Vergangenheit...

Doch das war nur ein schwacher Trost, und die Traurigkeit kehrte in sie zurück, legte sich wieder schwer auf ihr Herz, und der Stachel war wieder zu spüren, der sich in ihrem Herzen festgesetzt hatte. Vieleicht würde sie irgendwann wieder lieben können, doch niemals so sehr, wie sie Neflite geliebt hatte und immer lieben würde: Von ganzem Herzen, mit allen Gedanken und ihrer ganzen Seele...


In another world, under another sky
I see another story waiting
to be told...

And another You - wakes up -
With another Me
For that's the way we've come to be
In Another World

In a different place
Way 'cross Time and Space
The door is open wide
Drawn to a different light
Maybe we'll step inside

In Another World
We can show we care
You can be sure I'm waiting there -
In Another World

When the dice were cast
They laid a crazy path we follow to our graves
But I know in a different world
We journey a different way

So we live but life
Isn't what it seems
We're only living in our dreams
In Another World

You can believe I'll meet you here
In Another World...

(Brian May)

- Ende -


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