Ikki & Esmeralda

Part 1

© 2001 by Helga Bächler

This page was last modified: 2000/01/28


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Einführung

Wir befinden uns im Tal des Todes, als die Bronze Saints Ikki konfrontieren, um ihm die Sagittarius-Rüstung abzuluchsen.

Wenn ihr schon immer wissen wolltet, was in der Zeitspanne passierte als Ikki gestorben ist und als er wieder auferstanden ist... voilà eine Möglichkeit.

* * *

Part 1

Als Seiya zum Todesstoss ausholte, erlebte Ikki alles wie in Zeitlupe. Seiya traf ihn mit einer solchen Wucht, dass Ikki nicht einmal Schmerzen empfand. Aus den Augenwinkeln konnte er seinen Bruder erkennen, dessen Lippen sich zu einem Schrei formten.

Ikki fühlte plötzlich gar nichts mehr, es schien ihm, als ob ihn eine tiefe Leere aufsaugen würde. Man sagt, dass sich beim Tod eines Menschen das Tor zum Himmel öffnete, doch bei Ikki traf dies nicht zu. Er sah kein helles Licht am Ende eines Ganges, spürte weder kühlen Rauch noch vernahm er Engelsgesänge. Das einzige, was er sehen konnte, war das weinende Gesicht seines Bruders.

"Oh Shun, ich wollte dir nicht wehtun. Ich habe dir einst versprochen, immer für dich da zu sein. Shun, du bist mein Bruder und ich liebe dich mehr als du ahnst.

Diese Liebe liess ich aber nicht mehr zu seit, seit... ich auf der Insel des Todes mein grausames Training durchleben musste. Ich stumpfte innerlich ab und war voller Zorn bis ich auf ein wundervolles, liebreizendes Geschöpf traf.

Esmeralda...

Sie war wie ein Engel, wie ein Farbfleck auf einer endlos grauen Fläche, wie ein heller Stern, der am verdunkelten Himmel glänzte und mir den Weg weiste. Sie war mein Licht, meine Hoffnung... meine Liebe.

Ich fragte mich, was ein solch reines Wesen an einem Ort wie diesen verloren hatte. Ich erfuhr, dass sie die Tochter meines Lehrers war.

Eines Nachts schwor ich mir, sie von diesem elenden Ort zu befreien wo wir endlich zusammensein und uns den schönen Dingen des Lebens widmen konnten. Doch es sollte ganz anders kommen.

Während eines erbitterten Kampfes mit meinem Sensei geschah das Unfassbare. Mein Lehrer tötete seine eigene Tochter, ohne einen Funken Mitleid oder dem Anzeichen von einem Zögern.

Ihr Tod machte mich rasend und ich brachte meinen eigenen Meister nach einem blutigen Kampf um.

Befriedigung spürte ich keine, meine Rache war alles andere als süss. Ich hatte alles verloren, was mir lieb war. Seit diesem Tage fand die Liebe keinen Platz mehr in meinem Herzen."

Ikki durchlebte diese Szenen noch einmal, bis ins kleinste, schmerzlichste Detail.

Plötzlich fand Ikki sich an einem seltsamen Ort wieder. Alles erschien ihm durchsichtig und nicht greifbar. Wenn es wirklich etwas gegeben hätte, das man hätte anfassen können. Der Raum war leer und doch umgaben Ikki unsichtbare, enorm starke Kräfte. Er spürte seine eigenen Gliedmassen nicht mehr, es war also ob er aus Nichts bestehen würde. Das Gefühl war ungewohnt, jedoch alles andere als unangenehm. Ikki`s Gedanken ordneten sich langsam, vor seinem geistigen Auge löschten sich die unwichtigen Erinnerungen und er konzentrierte sich auf das wesentliche, ohne zu wissen warum.

Zwei Gesichter erschienen, Ikki konnte sie tatsächlich sehen. Sie schwebten lose im Raum. Das eine Gesicht gehörte Shun und das andere war... das von Esmeralda.

Eine seltsame Präsenz war plötzlich zu spüren. Vor ihm erleuchtete ein strahlend helles Licht, blendend weiss, aber Ikki sah direkt hinein. Seine Augen waren nicht mehr schmerzempfindlich. Aus dem Licht formte sich langsam eine weibliche Gestalt. Ikki verspürte ein Glücksgefühl, wie er es in seinem Leben noch nie gespürt hatte. Die Erscheinung schwebte auf ihn zu und lächelte.

"Ich wusste, dass wir uns eines Tages wiedersehen würden!" Ikki konnte Esmeralda`s warme Aura spüren.

"Ich kann es nicht fassen... meine wunderschöne Esmeralda. Bist du es wirklich oder nur eine Vision? Du siehst so anders aus!"

Esmeralda hatte sich tatsächlich verändert. Sie war nicht mehr das junge Mädchen mit den neugierigen, fragenden Augen. Ihr Körper hatte sich gewandelt, trotz ihres schlanken Körpers wirkte sie sehr weiblich. Ihre kristallblauen Augen leuchteten, ihre Lippen schimmerten hellrosa und das lange, blonde Haar reichte ihr bist zu den Hüften. Diese helle, zarte Haut musste sich wunderbar anfühlen, dachte Ikki. Er konnte den Blick nicht mehr von ihr wenden, sie war das schönste Geschöpf, das er je gesehen hatte. Er fühlte den Drang, sie zu berühren. Ein solches Gefühl hatte er noch nie gespürt.

"Ikki, wie lange habe ich auf dich gewartet! Wie ich sehe, bist du zum Mann geworden..."

"Aber wo sind wir, und was mache ich hier..und..."

Esmeralda liess ihn nicht ausreden, sondern legte ihre Hand auf seine Lippen.

"Jetzt, wo wir endlich ein paar Momente für uns allein haben, wollen wir die Zeit nicht mit unnötigen Reden verstreichen lassen! Aber etwas musst du wissen: wir werden nicht lange zusammenbleiben können. Du musst auf die Erde zurück, denn dein irdisches Leben ist noch nicht beendet. Du bist Phoenix, und du wirst aus der Asche auferstehen. Leider kann ich dir nicht sagen, wo wir sind aber das tut eigentlich auch gar nichts zur Sache."

Esmeralda hielt für ein paar Sekunden inne, denn sie bemerkte, wie Ikki sie betrachtete.

"Wie ich sehe, bist du nicht nur äusserlich ein Mann geworden..." lächelte sie und nahm Ikki`s Hand. "Nun lass uns gehen!"

"Aber wohin denn?!"

"Wo immer du willst. Stell dir einen Platz vor, wo du jetzt gerne sein würdest..."

Ikki schloss die Augen und als er sie wieder öffnete, spürte er, wie seine nackten Füsse auf weichem Gras ruhten. Die Sonne spiegelte sich in einem klaren See, es war angenehm warm und kleine Wolken waren am Himmel zu sehen. Esmeralda stand neben ihm.

"Sind wir auf der Erde?" wollte er wissen.

"Nein, wir befinden uns in deiner Fantasie."


wird fortgesetzt in Part 2


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